Turn Left

Am 7. April starten die Düsseldorfer Gruppen Barrikada und Interventionistische Linke [see red!] mit einem neuen monatlich stattfindenden Vernetzungstreffen für Aktivist*innen. Sie nennen es TURN LEFT! und wollen sich an jedem zweiten Montag im Monat im Linken Zentrum (Hinterhof) treffen. Die Feministische Aktion Düsseldorf hat Julian von der Interventionistischen Linken [see red!] und Sofie von Barrikada getroffen und gefragt, was es mit dem neuen Format auf sich hat.

Warum braucht es ein neues offenes Treffen wie TURN LEFT?

Weil es viele Menschen gibt, die sich politisch engagieren wollen, aber noch auf der Suche nach dem richtigen Format für ihren Aktivismus sind. Immer wieder haben wir in der Vergangenheit Proteste organisiert und sind mit Bussen nach Elmau, Hamburg oder Werl gefahren. Diese Proteste wären nicht möglich gewesen, wenn nicht so viele Menschen mitgemacht hätten. Unser Ziel ist es, noch mehr Menschen einzubinden und den Zugang zu unseren Protestformen zu erleichtern.

Und was ist der politische Hintergrund von TURN LEFT?

In der Welt passiert zur Zeit einfach extrem viel Scheiße. Die schlimmsten Dinge passieren häufig weit entfernt von uns: Menschen ertrinken im Mittelmeer, das kurdische linke Projekt in Rojava wird vom Diktator und Nationalisten Erdoğan angegriffen und auch der Kapitalismus zeigt in anderen Ländern seine hässlichste Fratze. Aber auch direkt in unserer Nachbar*innenschaft passieren Dinge, die viele von uns nicht kalt lassen. Waffenproduzenten treiben hier in Düsseldorf ihr tödliches Geschäft, Mieten werden unbezahlbar und ein Rechtsruck geht durch das Land. Wir könnten diese Aufzählung endlos weiterführen. Aber wir wollen nicht nur jammern und uns beklagen. Wir sind davon überzeugt, dass es einen „TURN LEFT“ geben kann und geben muss. In Bezug auf all‘ diese schrecklichen Gegebenheiten gibt es doch linksradikale Antworten. Wie diese konkret gestaltet werden, wollen wir mit den Teilnehmenden vom TURN LEFT-Treffen klären. Für uns ist aber klar, dass ein „Linksabbiegen“ nötig und möglich ist, um letztlich eine Welt ohne Kapitalismus und Krieg zu erreichen.

Am 7. April, beim ersten Treffen, gibt‘s abends noch Elektrobeats und Party, stimmt‘s?

Ja, Euch erwartet jede Menge Schwarzlicht, kilometerweise String- und Tape Art, Cocktails, Techno, House- und Elektro-Beats. Ab 21 Uhr öffnen wir die Tore des Hinterhofs für alle, auch für die, die nicht am TURN LEFT-Treffen teilgenommen haben. Ziel ist es, bei diesem ersten Treffen, das um 18 Uhr beginnt, gemeinsam zu besprechen, was so die verschiedenen Erwartungen an die TURN LEFT-Treffen sind und dann ab 21 Uhr zur Party überzugehen. Mit der Party zeigt sich, dass es bei TURN LEFT zwar hauptsächlich um Politik geht, aber eben nicht nur. Zur „Schwarzlicht statt Blaulicht“-Party sind dann auch alle eingeladen, auch die, die sich nicht monatlich zum TURN LEFT-Treffen im Hinterhof einfinden werden. Ab 22 Uhr legt dann „Elmaskaya“ Techno und House auf, danach übernimmt das Duo „Stereotypen“ mit Drum'n'Bass.

Und am 9. April geht’s dann richtig los?

Ja genau, wenn wir uns ausgekatert haben, wollen wir inhaltlich loslegen. Da wir vor allem tagesaktuelle Themen angehen wollen, wissen wir eben jetzt auch noch nicht ganz genau, welches Thema wir am 9. April besprechen werden. Es kann gut sein, dass es um den Naziaufmarsch in Dortmund am 14. April geht oder um die diversen Demos und Veranstaltungen am 1. Mai oder den beschissenen Krieg in Afrin. Das hängt ja auch einfach davon ab, worauf die Leute, die zum TURN LEFT Treffen kommen so Bock haben. Wir freuen uns auf jeden Fall schon wie Bolle drauf und haben jetzt noch einiges zu tun, um die Treffen auch richtig zu bewerben. Wer sich für TURN LEFT interessiert oder einfach nur die aktuellen Termine für Aktionen und Veranstaltungen in Düsseldorf erfahren will, sollte auf die neue Website www.turn-left.de gehen oder am 7. und 9. April in den Hinterhof kommen.

Feministische Aktion Düsseldorf