Der Antifa-AK an der HSD präsentiert als Mitveranstalter

Antifa-Café Düsseldorf
Dienstag, 19. Juni 2018, ab 19 Uhr geöffnet (Programmbeginn 20 Uhr), Hinterhof - Linkes Zentrum, Corneliusstr. 108
Das Thema des Antifa-Cafés stand bis zum Druck der TERZ Juni 2018 noch nicht fest. Bitte achtet auf Ankündigungen unter https://www.facebook.com/antifacafeduesseldorf/ Das Antifa Café findet monatlich – an jedem dritten Dienstag – im Linken Zentrum Hinterhof statt. Es wird vorbereitet von verschiedenen Gruppen und Einzelnen, die in antifaschistischer Politik und Praxis in Düsseldorf aktiv sind. Das Café ist Ort und Gelegenheit, sich schlau zu machen, sich auszutauschen und gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.

INPUT – antifaschistischer Themenabend in Düsseldorf

Mittwoch, 27. Juni 2018, 19.30 Uhr, Hinterhof - Linkes Zentrum, Corneliusstr. 108
NS-Täter*innen vor Gericht. Der Umgang mit NS-Verbrechen in der BRD.
Referentin: Sabine Reimann
(Historikerin und Referentin des Antirassistischen Bildungsforums Rheinland)
1970: Franz Stangl, ehemaliger Lagerkommandant der NS-Vernichtungsstätten Sobibor und Treblinka, in Brasilien untergetaucht und von Simon Wiesenthal aufgespürt, wird vom Düsseldorfer Landgericht wegen gemeinschaftlichen Mordes an mindestens 400.000 jüdischen Menschen zu lebenslanger Haft verurteilt. Mit ihm stehen Angehörige der SS-Wachmannschaft von Treblinka vor Gericht.

1975: Ehemalige Aufseher und Aufseherinnen des Konzentrations- und Vernichtungslagers Majdanek müssen sich ebenfalls im Gerichtsgebäude an der Mühlenstraße verantworten. Der Prozess, zu dem hunderte ehemalige Häftlinge als Zeugen und Zeuginnen aus der ganzen Welt anreisen, zieht sich hin bis 1981. Überlebende des NS-Terrors demonstrieren in der Düsseldorfer Altstadt gemeinsam mit jüngeren Antifaschist*innen gegen die Verzögerung des Prozesses, gegen zu milde Urteile und gegen Neonazis, die die ehemaligen SS-Angehörigen im Gerichtssaal unterstützen.

2018: Man möchte meinen, die juristische Verfolgung von NS-Verbrecherinnen und Verbrechern sei längst abgeschlossen. Doch auch heute noch, mehr als 73 Jahre nach der Befreiung der Überlebenden aus den KZ, wird gegen mutmaßliche NS-Täter und Täterinnen ermittelt. Zur Zeit liegen mindestens 14 Verfahren bei den zuständigen Staatsanwaltschaften: Das Landgericht Mannheim prüft, ob es das Hauptverfahren gegen einen 94-jährigen ehemaligen SS-Wachmann in Auschwitz-Birkenau eröffnet, dem Beihilfe zum Mord in 13.335 Fällen zur Last gelegt wird. Die Staatsanwaltschaft Erfurt hat Anfang des Jahres Verfahren gegen fünf ehemalige SS-Wachmänner des Konzentrationslagers Buchenwald in Thüringen eingeleitet, die Verbrechen in der sogenannten „Endphase“ begangen haben sollen. Und in Lübeck wird gegen eine 95-jährige Frau wegen Verdachts der Beihilfe zum Mord ermittelt. Die Verdächtige arbeitete bei Danzig im Konzentrationslager Stutthof als Telefonistin und hat sich möglicherweise mitschuldig am Massenmord gemacht. Entscheidend für die Einleitung dieser Verfahren war ein wegweisendes Urteil, das das Landgericht München 2011 gegen den damals von der SS aus deutscher Kriegsgefangenschaft rekrutierten „Hilfswilligen“ John Demjanjuk fällte: fünf Jahre Haft wegen Beihilfe zum Mord. Ein juristisches Novum: Das Gericht legte für die Verurteilung die bloße Anwesenheit in einem reinen Mord- und Vernichtungslager (in diesem Fall Sobibor), zu Grunde und nicht den konkreten Nachweis eines Mordes. Der Angeklagte sei „Teil dieser Vernichtungsmaschinerie“ gewesen, so der Richter.

Der INPUT-Vortrag gibt einen Überblick zum Thema juristische Verfolgung von NS-Täter*innen in der Geschichte der Bundesrepublik und geht dabei anhand von Beispielen auf verschiedene Typen von Täterschaft im Kontext von NS-Verbrechen und deren Ahndung ein. Außerdem wird der Diskurs um die „letzten deutschen NS-Prozesse“ vorgestellt und kritisch reflektiert. Im Anschluss an den Vortrag stehen viele Fragen zur Diskussion: Wie kommt es, dass erst jetzt die allerletzten noch lebenden Täter und Täterinnen auf die Anklagebank kommen, und warum sind so viele NS-Verbrechen überhaupt nicht geahndet worden? Was bringt es jetzt noch, Greise anzuklagen? Was bedeuten die späten Prozesse für die Angehörigen der Opfer? Zur Diskussion steht außerdem, in welchem Verhältnis die Bilanz geahndeter NS-Verbrechen zur Erzählung der gelungenen Aufarbeitung der NS-Geschichte in der BRD steht und welche Schlüsse daraus für eine emanzipative und kritische Erinnerungspolitik am „Ende der Zeitzeug*innenschaft“ zu ziehen sind.

„Mehr Drama, Baby!“ an der Hochschule Düsseldorf

Am 3. Mai 2018 hat zum zweiten Mal der bundesweit begangene Tag der Theaterpädagogik an der HSD stattgefunden. Studierende der Zusatzqualifikation „Grundlagenbildung Theaterpädagogik BuT“ des Fachbereichs Sozial- und Kulturwissenschaften haben in Kooperation mit dem AStA-Kulturreferat und dem Team des AStA-Cafés Freiraum ordentlich Wind gemacht. Nach etwa 50 Minuten Workshop wurden in Form eines Flashmobs Bücher in der Bibliothek zu Tanzrequisiten transformiert. Am Abend ermutigte der Feinkunstabend zu künstlerischen Darbietungen in Form von Tanz, Texten, Musik und Szenenspiel. Teilnehmende hatten die Möglichkeit, ihre individuellen (Alltags-)Erfahrungen darzustellen und aktiv ans Publikum weiterzugeben. Der Tag der Theaterpädagogik sensibilisiert für die vielfältige Arbeit von nichtprofessionellen Schauspieler*innen und Künstler*innen und deren Formen von Wissensaneignung und -weitergabe. Im August schließt die zweite Gruppe angehender Theaterpädagog*innen an der HSD die Qualifikation mit einem Bühnenstück ab. Leider ist derzeit noch nicht klar, ob Studierende der HSD weiterhin eine Chance haben werden, diese Zusatzqualifikation zu erlangen.