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Antifaschistische Aktivitäten und Neues aus der Naziszene |
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Tatort München, 13.1., 1.10 Uhr: Vor der als Neonazitreffpunkt
bekannten Münchener Gaststätte "Burg Trausitz" wird
ein 31jähriger Grieche von der 17jährigen Arnsbergerin Maria
Anna von Papen rassistisch angepöbelt und angegriffen. Als er sich
wehrt, stürzen sich fünf neonazistische Skinheads auf ihn, schlagen
ihn zu Boden und treten mit schweren Schuhwerk auf ihn ein. Augenzeugen
zufolge soll von Papen hierbei "Der Kanacke soll nicht überleben"
gebrüllt haben. Es sei gezielt gegen den Kopf des Opfers getreten
worden. Zwei zufällig des Weges kommende Türken schreiten ohne
zu zögern ein und organisieren anschließend aus einem türkischen
Lokal Verstärkung. Gemeinsam gelingt es, trotz der sie angreifenden
und währenddessen auf 20 Personen angewachsenen Neonazihorde zu bewirken,
daß von Arthemios T. abgelassen und dieser nicht lebensgefährlich
verletzt oder gar getötet wird, sondern mit einem Nasenbeinbruch,
einer Augenverletzung, schweren Prellungen und einem Schock davon kommt.
Die zwischenzeitlich eingetroffene Polizei nimmt vor Ort und im Rahmen
einer sich anschließenden Fahndung 18 Neonazis fest. Weiteren Neonazis,
die mit insgesamt 60 Personen den Geburtstag des Münchener Neonazikaders
Reiner Mehr, Betreiber der Homepage des "Nationalen Widerstands Bayern"
und eines weiteren "Kameraden" feierten, gelingt die Flucht
durch den Hinterausgang der Gaststätte. |
"Ortsfremde"
Neonazis |
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Trotz seines noch jungen Alters gehört Schulte bereits zum erweiterten Kreis der "Führungskameraden" der militant-neonazistischen "Freien Kameradschaften" in NRW. Und auch für die NPD ist er aktiv, was nicht zuletzt durch seine Kommunalwahlkandidatur 1999 im Märkischen Kreis belegt ist. Seit 1997 ist Schulte auf nahezu jeder bundes- und landesweiten neonazistischen Demonstration anzutreffen. Er gehört dem "Nationalen Widerstand Hagen/Lüdenscheid" an, zu deren Kadern u.a. der Hagener Ronald Guziewski und der Lüdenscheider NPD'ler Axel Schoppmann zählen. Sehr enge Kontakte pflegt er zur "Sauerländer Aktionsfront", zur Siegener "Kameradschaft 2/130", zur "Ruhrpottkame-rad-schaft Dortmund/Witten", zur niederländischen "Nederlandse Volks-Unie" (NVU) sowie zur "Kameradschaft Dortmund" und zur Dortmunder "Borussenfront". Der einschlägig vorbestrafte und als brutaler Schläger bekannte Schulte tritt seit dem letzten Jahr als Ordner auf Demonstrationen auf, so zum Beispiel auch am 28.10. in Düsseldorf. Bei den Aufmärschen am 21.10. in Dortmund und 9.12. in Köln gehörte er sogar dem Organisatorenteam um den Demoanmelder Christian Worch aus Hamburg an. Hier agierte es allerdings lediglich als Handlanger, der die Befehle des Hamburger Führers Christian Worch ausführte. Genügend Unterstützung bei der Flucht dürfte Schulte bei derartigen Kontakten sicher sein. Während sich der "Nationale Widerstand Hagen Lüdenscheid" noch damit zufrieden gibt, darüber zu jammern, daß "unser Kamerad Christoph" einer "Hasskampagne" zum Opfer gefallen sei, gehen andere Neonazis bereits in die Offensive: Im Internet wurden bereits Fotos von fünf der Personen veröffentlicht, die Arthemios T. vermutlich das Leben gerettet haben. |
Christian Worchs Kofferträger |
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Nicht nur die Spuren von Schulte und von Papen, im übrigen die Enkelin
von Hitlers Steigbügelhalter und Vizekanzler Franz von Papen, führen
nach NRW. Ebenfalls anwesend auf der vom neonazistischen "Freizeitverein
Isar 96 e.V." organisierten Münchener Geburtstagsparty waren
Aktivisten des bayrischen "Aktionsbüro Nationaler Widerstand
Freilassing". "Kameradschaftsführer" dieser Gruppe
ist der aus Geldern stammende Norman Bordin, der nach seinem Umzug 1997
nach Velbert das "Nationale Forum Niederberg" (NFN) aufbaute,
das eng mit der "Kameradschaft Düsseldorf" zusammenarbeitete
und sich dem Spektrum der "Freien Kameradschaften" zurechnete.
Im NFN organisierten sich hauptsächlich Neonazis, die bereits seit
Jahren aktiv waren, teilweise sogar lokale Funktionen bei der 1995 verbotenen
FAP inne hatten, wie z.B. der Velberter Michael Räupke, der gemeinsam
mit Bordin das NFN leitete. Angegliedert an das NFN ist der hauptsächlich
aus neonazistischen Skinheads bestehende Velberter "Siepensturm",
gegen den im letzten Jahr wegen Bildung einer "kriminellen Vereinigung"
ermittelt wurde. Aktivisten dieser Gruppe waren an diversen neonazistischen
Angriffen und auch an dem Brandanschlag auf ein Flüchtlingswohnheim
in der Wuppertaler Kreuzstraße im Sommer letzten Jahres beteiligt.
Nach Streitigkeiten um die "Kamerad-schaftsführung" zerfiel
das NFN Anfang 1999, Norman Bordin brach seine Zelte ab, zog zurück
nach Geldern und anschließend nach Freilassing. Seitdem ist das
NFN im Gegensatz zum "Siepensturm" nicht mehr öffentlich
in Erscheinung getreten. Die NFN-Aktivisten sind allerdings nach wie vor
in der Szene aktiv. Bei einem der langjährigen Aktivisten, Volker
Schemaitat aus Velbert, wurde letztes Jahr in seiner Wohnung sogar scharfe
Panzerfaustzusatzmunition gefunden, ein Fund, der der Öffentlichkeit
bis heute vom zuständigen Polizeilichen Staatsschutz Düsseldorf
und von der Velberter Polizei vorenthalten wurde. Der heutige Aufenthaltsort
von Schemaitat ist unbekannt. |
Norman Bordin - ein Reisekader hinterläßt Spuren |
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Es verwundert letztendlich also nicht, daß nordrhein-westfälische
Neonazis an einer Party in München teilnahmen. Kontakte gibt es reichlich,
die nicht zuletzt bei Demonstrationen, wie zuletzt beim NPD-Aufmarsch
in München, und bei kulturellen Events aufgefrischt und gefestigt
werden. Die guten Kontakte zwischen bay-rischen und nordrhein-westfälischen
Neonazis stellen für den Chef des bayrischen Verfassungsschutz Gerhard
Forster einen Hauptgrund für den "Vorfall" am 13.1. dar.
Forster in einem Interview mit der "Welt" zu dem Angriff auf
Arthemios T.: "Auffällig ist ..., daß die Gewalt grade
dann ausbrach, als in der Gruppe zusätzlich Ortsfremde dabei waren."
"Fremde" sind in Bayern eben unbeliebt, in diesem Fall einmal
auch Neonazis. Stand der Informationen: 26.01.2001 |
"Fremde"
verführen bayrische Neonazis zu Gewalttaten
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Sieben Prozeßtage hatte es bedurft bis zum Urteil im Prozeß
vor dem Wuppertaler Landgericht. Angeklagt waren sieben Neonazis, die
am 9. Juli letzten Jahres in Wuppertal gemeinsam mit mindestens acht Mittätern
bewaffnet eine 15köpfige Kundgebung der Vereinigung der Verfolgten
des Naziregimes am Mahnmal der Gedenkstätte des ehemaligen KZ in
der Kemna überfallen hatten. ROLF KREHLE, WUPPERTAL (ERSCHIENEN IN DER "JUNGE WELT" VOM 11.1.2001) |
Aus
dem Ruder gelaufen" Wuppertaler Landgericht verurteilte
NPD-Mitglieder zu Haftstrafen
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