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Das ist Werbung, keine Kritik. Ich denke, dass ihr diese testcard-Ausgabe
kaufen und lesen müsst. Erst gestern Nacht stellte ich im Gespräch mit
anderen Frauen mal wieder fest, dass die Geschlechterfrage in den verschiedensten
Szenen und Zusammenhängen kaum eine Rolle spielt. Die achte testcard zeigt
aber, dass Gender nicht nur ein Modediskurs ist, sondern immer noch Anlass
zu gutem Streit bietet. Vor allem weil - wie die Redaktion schreibt -
die theoretischen Diskussionen geführt wurden (ich sage: leider nicht
überall und überhaupt), aber die Praxis ordentlich hinterherhinkt. Da
behaupten Frauen, die nicht auf ihr Geschlecht reduziert werden wollen,
zurecht die Geschlechtsneutralität des Genies: "Wir sind DJs, und das
ist alles." Gleichzeitig finden Ausgrenzungen innerhalb der Popkultur
statt: In der Musikpresse, in der Produktion von Musik, durch die Konstruktion
und Reproduktion von weiblichen und männlichen Rollenmustern. Die theoretischen
Arbeiten dieser Ausgabe untersuchen u.a. traditionelle und innovative
Geschlechterbilder in Musikvideos; den Umgang mit Klischees durch Popmusikerinnen;
Klischees, Rollen, Erwartungen und Erfahrungen von Frauen als Produzentinnen
von elektronischer Musik; die Berichterstattung über Musikerinnen, Feminismus
und Gender-Diskurs in der alternativen deutschen Musikpresse. Dabei unterscheiden
sich die Positionen der AutorInnen in ihrer Radikalität: die eine glaubt,
dass ein Spiel mit Geschlechtszuschreibungen und eine Konstruktion alternativer
Geschlechterrollen innerhalb der Popkultur funktioniert, die andere beobachtet,
dass der Popdiskurs den Entwicklungen von Sexual-politiken in anderen
gesellschaftlichen Feldern hinterher rennt. Die Gespräche mit AktivistInnen
und die Artikel über Popphänomene ermöglichen - zusammengedacht mit den
eigenen Erfahrungen und Beobachtungen - eine fundierte Diskussion über
eben diese Frage: Sind die Geschlechterfrage und die Konstruktion von
alternativen Geschlechtsidentitäten für den Popdikurs relevant? Und welche
Konsequenzen für die alltägliche Praxis können sich daraus ergeben, wenn
akzeptiert wird, dass Ausgrenzungsmechanismen weiterhin funktionieren?
ANNESCH testcard. Beiträge zur Popgeschichte. No. 8: Gender - Geschlechterverhältnisse im Pop. März 2000. Ventil Verlag. 28,- DM.
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book
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Über Fascho-Musik und rechten Mainstream-Rock ist ist schon viel geschrieben
worden. In der Neuerscheinung des Unrast-Verlages wird allerdings erstmalig
ein detaillierter und gut recherchierter Einblick in die Verflechtung
der sog. "Rechts-Rock"- und Skinhead-Szene in das internationale Netzwerk
des militanten Neonazismus gegeben. Die Autoren dieser Neuerscheinung
- Mitwirkende der antifaschistischen Publikationen "search-light", "Antifaschistisches
Infoblatt" und "enough is enough" - sind ausgewiesene Kenner der neonazistischen
Szene. Die Neonazi-Musik wird in den Kontext der Entwicklung der Skinhead-Bewegung
sowie der neonazistischen Strömungen und Parteien in Europa und den USA
gestellt. Der Titel des Buches - white noise - bezieht sich auf eine 1986
in England erschienene Zeitschrift, die aus dem Dunstkreis der National
Front produziert wurde. Aus ihr erwuchs die Publikation "Blood and Honor",
aus der sich die gleichnamige Bewegung formte. "White noise" als Musik
der Neonazis ist daher mehr als eine bloß rassistische Erscheinung der
Musikbranche. Die Konzerte und zahlreichen CD-Vertriebe für solche Neonazimusik
sind zugleich Teil eines internationalen Netzwerkes der militanten Neonazi-szene,
die hierüber ihren potenziellen Anhang rekrutiert. Deshalb ist dieses
Buch nicht nur "Antifas" und politisch interessierten Linken, sondern
zugleich all denen dringend zu empfehlen, die sich in der Musikbranche
und der Jugendarbeit bewegen. Denn die Rechtsrock-Musik - das wird aus
der Lektüre deutlich - ist ein entscheidender Anknüpfungspunkt für die
neonazistischen Rattenfänger. AL C. Searchlight u.a. (hg.): White Noise. Rechts-Rock, Skinhead-Musik, Blood & Honor - Einblicke in die internationale Neonazi-Musik-Szene. Unrast-Verlag, 2000, 156 S., 19,80 DM |
bookwhite noise |
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Unter dem gleichnamigen Titel ist ein Sammelband anlässlich des 70-jährigen
Geburtstages des Faschis-musforschers Kurt Pätzold erschienen. Dessen
Untersuchungen zum NS-Faschismus sind zu einem Kennzeichen der früheren
DDR-Historiographie geworden, die nach dem Anschluß die pauschale Verdammung
der West-Historikerzunft auf sich zog. Wer jetzt jedoch meint, daß deshalb
in der Neuerscheinung des Papy Rossa-Verlages lediglich eine trotzige
Verteidigung alter Thesen zu finden ist, wird bei der Lektüre eines Besseren
belehrt. Erstens sind die 37 AutorInnen längst nicht alle der sog. DDR-Historiographie
zuzurechnen und zweitens wird sich in vielen Beiträgen in durchaus kritischer
Manier mit den Verdiensten und Grenzen der Faschismusanalysen auseinandergesetzt.
Etwas problematisch erscheint die Subsumierung des eliminatorischen Antisemitismus
der Nazis unter dem allg. Oberbegriff des Rassismus, denn jener war mehr
als "bloß" rassistisch. Die einzelnen Beiträge unter diesem Oberkapitel
zeugen allerdings davon, daß der Analyse des Antisemitismus die zentrale
Bedeutung zukommt, die er für Propaganda des NS-Regimes auch hatte. Besonders
herauszuheben ist hierbei die ideengeschichtliche Einbettung des Antisemitismus.
Die Autorin Gudrun Hendges weist dabei auf bisher weitestgehend unberücksichtigte
Vorformen des deutschen Antisemitismus in den Schriften des deutschen
Idealismus hin. Ebenfalls überaus spannend sind die kritischen Auseinandersetzungen
Georg Fülberths mit dem Klassiker der marxistischen Faschismustheoretiker,
Reinhard Opitz, die in Auszügen in der Zeitschrift "Konkret" veröffentlicht
wurden. Im letzten Kapitel des Sammelbandes geht es zudem um die Auseinandersetzung
mit der Geschichts-politik sowie um deren Instrumentalisierung für aktuelle
politische Interessen. In diesem Kontext ist besonders ein Beitrag von
Jouko Jokisalo zu empfehlen, der sich mit den politischen Hintergründen
der neofaschistischen Interventionen gegen den NATO-Krieg in Jugoslawien
auseinandersetzt. AL C. Manfred Weißbecker/Reinhard Kühnl (Hg.): Faschismus, Rassismus, Antifaschismus. Papy Rossa-Verlag, 2000, 570 S., 58 DM Reinhard Kühnl: Der deutsche Faschismus in Quellen und Dokumenten. Papy Rossa-Verlag, 2000, 7. erw. Neuaufl., 540 S., 24,80 DM |
bookRassismus,
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"Ich engagierte mich in der baskischen Nationalbewegung, weil ich dort
tolle Jungs traf. Mikel hatte wunderschöne Augen...", so die baskische
Schriftstellerin Marie-José Bascuro, die schließlich zu einer militanten
Widerstandskämpferin und Feministin wurde. Wie sehr der Alltag baskischer
Frauen mit der baskischen Geschichte, dem Kampf um die eigene Kultur,
verflochten ist, wird deutlich in dem kürzlich erschienenen Band "Baskenland"
aus der Reihe "Frauengeschichten - Frauengesichter", mit dem die AutorInnen
Florence Hervé und Gerd Schumann die europäische Spurensuche nach weiblicher
Geschichte fortsetzen. Aus der Perspektive seiner Bewohnerinnen heraus
beschreiben sie ein Land und ein Volk, dessen Herkunft und Sprache bis
heute unklar geblieben sind. Diese Aura das Rätselhaften umgab die Basken
bereits im Mittelalter, als der Labourd zur "Brutstätte der europäischen
Hexerei" erklärt wurde. Die Menschen sprachen dort eine merkwürdige Sprache,
euskara, und die Frauen wurden als Kirchendiener beschäftigt, deren hornartigen
Hauben die Bischöfe gar als phallische Symbole deuteten. SBE Baskenland |
bookFrauen im Baskenland |
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La Negra ist der Kampfname von Luisa, der Brasilianerin. Nur durch Zufall
ist sie zur kolumbianischen Guerilla, der ELN gestossen. Dort entwickelt
sie sich zur Spezialistin für Sonderaufgaben. Doch es ist gar nicht so
einfach, als einzige Frau innerhalb eines Haufens männlicher Bauernjungen
zu bestehen. Und auch mit Ricardo, ihrem Kommandeur, hat sie es nicht
leicht. Er entwickelt eine eigentlich wahnwitzige Idee. Ricardo plant
einen Angriff auf die schwer bewachte Raffinerie der kolumbianischen Küstenstadt
Barrancabermeja. Ein trostloser, heisser Ort, inden sich nur selten ein
Tourist verirrt. Die Situation spitzt sich zu, da ist sich auch General
Diez sicher, der Ungutes nicht nur für sich befürchtet. Und da ist auch
noch Flacoloco, Elektrotechniker in Medellin, immer auf der Flucht vor
den Häschern, die auch schon seine Mutter ermordet haben. Abends probt
er mit Jugendlichen aus dem Viertel Dario Fo-Theaterstücke ein. Die stehen
aber eher auf Soap Operas. Und auch seine Liebe zu Luisa, der er fiktive
Briefe schreibt, scheint unerfüllt zu bleiben. Und sind die beiden Missionare,
die auftauchen, nicht vielleicht Agenten des CIA? |
bookLa Negra |
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Der Traum eines idealen Menschen, einer Welt ohne Schmerz und Krankheiten
ist ein altes Ideal. Wissenschaft und Forschung suggerieren, dass sie
nun kurz davor stehen, diesen Traum zu realisieren. Bisherige Versuche
endeten immer im Albtraum sozialrassistischer Praktiken. Während auf der
einen Seite daran gearbeitet wird, das Leben zu beherrschen, wird auf
der anderen Seite kräftig daran gearbeitet, auch den Tod zu beherrschen.
Die Diskussion um den idealen Menschen bedeutet eine konkrete Gefahr für
alle, die diesem Idealen nicht entsprechen, seien es Behinderte oder alte
Menschen. Schöne, heile Welt - Mürner, Schmitz, Sierck (Hg.) - VLA - 24 DM |
bookSchöne, heile Welt?Biomedizin und Normierung des Menschen |
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In der Broschüre geht es nicht um eine Analyse der Politik und der Aktionen
der RAF, sondern darum , dass die immer noch Inhaftierten endlich freigelassen
werden müssen. Es geht darum, dass Öffentlichkeit hergestellt wird, um
die Gefangenen wieder in das Bewusstsein der Menschen zu bringen. "Freilassung für die politischen Gefangenen aus der
RAF" Eine Dokumentation der Roten Hilfe e.V., 68 Seiten, zu beziehen für
5.- Mark (zzgl. Versandkosten) beim Literaturvertrieb der Roten Hilfe
e.V., |
SolianzeigeDokumentation"Freilassung für die politischen Gefangenen aus der RAF" |