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Auf zu den Protesten anläßlich
des Jahrestreffens von IWF und Weltbank im September 2000!
"Ich behaupte, daß der Neoliberalismus die grundlegende Natur
der Politik verändert hat. In der Politik ging es üblicherweise
darum, wer wen
regierte und wer welches Stück vom Kuchen bekam. Gewisse Aspekte
dieser beiden zentralen Fragen bleiben natürlich, doch aus meiner
Sicht ist die neue große Frage der Politik: "Wer hat ein Recht
zu leben, und wer hat dies nicht?" Radikale Ausgrenzung ist jetzt
an der Tagesordnung - dies meine ich todernst." - Susan George, Direktorin
des Transnationalen Institutes in Amsterdam
In den letzten Jahren haben Widerstandsbewegungen weltweit an neuer Dynamik
gewonnen, insbesondere bei den Gegenaktivitäten zur Konferenz der
Welthandelsorganisation (WTO) in Seattle. Das Scheitern der dritten WTO-Ministerkonferenz,
welche die neue Millenniumsrunde für weitere Liberalisierung einläuten
sollte, ist zum Symbol für die neue Dynamik des globalen Widerstands
geworden.
Doch Seattle war nur ein Ereignis in einer Reihe von Widerstandsaktionen
in den vergangenen Jahren, beginnend mit dem Aufstand der Zapatistas in
Chiapas, Mexiko. Seitdem kam es immer wieder zu Massenprotesten und zu
Koordinierungen zwischen Basisbewegungen in ihren Protesten.
Schon während der zweiten WTO-Konferenz in Genf 1998 - marschierten
in Brasilien 40.000 Land-, Erwerbs- sowie Obdachlose eine Woche lang auf
die Hauptstadt zu und besetzten das Regierungsviertel, demonstrierten
100.000 Menschen in Indien, blockierte in Kanada die Bewegung Sal´AMI
ein paralleles Wirtschaftstreffen, tanzten Menschen anläßlich
der ersten Global Street Party auf den Straßen von 37 Städten
in allen fünf Kontinentenauf den Straßen von 37 Städten
in allen fünf Kontinenten
Am Global Action Day vom 18. Juni 1999 (vor dem G7-Gipfel in Köln)
gingen 10.000 Menschen in Nigeria auf die Straße, "zusammen"
mit Menschen zum Beispiel in Australien, Weißrußland, Pakistan
und Uruguay sowie in Genf. Dort wurde kurz vor Seattle das WTO-Gebäude
besetzt.
Die nächste Station des weltweiten Widerstands wird Prag!
Anlaß ist das Jahrestreffen von IWF (Internationalem Währungsfond)
und Weltbank im September. Die Welthandelsorganisation, die Weltbank und
der Internationale Währungsfond fördern und erzwingen immer
weitere Liberalisierung, Deregulierung und Privatisierung. Dies wiederum
erlaubt den westlichen Blöcken und den westlichen Konzernen größere
Kontrolle über ihre eigene Bevölkerung sowie über Entwicklungsländer
und die
Staaten des ehemaligen Ostblocks. In den als Demokratie gefeierten USA
besitzt ein einzelner Mensch mehr Vermögen als die Hälfte der
Bevölkerung, während rund 36 Millionen unter der Armutsgrenze
leben.
Weltweit lag das Einkommen des oberen Fünftels der Welt bevölkerung
1960 noch bei dem 30fachen gegenüber dem unteren; 1995 war dies auf
das 82fache angestiegen. Der soziale Anstrich, wie z.B. die sogenannte
Schuldenstreichung der G 7 für hochverschuldete Länder - d.h.
für Länder, deren
Schulden u.a. mehr als das 2 1/2-fache der Haushaltseinnahmen betragen
- reduziert deren Schulden lediglich auf ein Ausmaß, welches ihnen
weitere Zahlungen ermöglicht.Dazu ist dies verbunden mit Maßnahmen,
welchen den Druck auf diese Länder, immer mehr zu exportieren, erhöht.
Dies ist nicht "sozial", sondern Maximierung der Ausbeutung.
Durch den IWF eingeführte sogenannte "Kostenbeteiligungen"
bedeuten dabei für Arme unbezahlbare Gebühren zum Beispiel für
Bildung - vor allem Mädchen werden aus der Schule genommen - oder
Gesundheit. 17 Millionen Kinder sterben jährlich an leichtheilbaren
Krankheiten. In diesem System gilt dies als Kollateralschaden.
Die weltweite Vernetzung von Basisbewegungen zeigt deutlich, daß
wir protektionistische, rassistische oder nationalistische Lösungen
aufs Schärfste ablehnen. "Todo para todos", - alles für
alle, diese Aussage der Zapatistas steht hinter unserem Protest. Für
eine Welt, in die viele Welten passen!
Laßt uns die Zukunft erobern und die Welt neu gestalten!
Beteiligt euch an der Mobilisierung nach Prag und den inhaltlichen Diskussionen
im Vorfeld. Organisiert Busse und Informationsabende. Unterstütztdie
Gruppen in Prag mit Geld, Material oder Mitarbeit.
Infos dazu (Adressen, ReferentInnenvermittlung, Spendenkonto, Mailingliste
usw.) können beim fzs erfragt werden.
fzs (freier zusammenschluss von studierendenschaften)Reuterstr. 44, 53113
Bonn, Tel. 0228/26 21 19, Fax. 0228/242 03 88, E-Mail: fzs@studis.de
http://www.crosswinds.net/~prag2000
(auch http://go.to/prag-2000)
Busse und sonstige Fahrtmöglichkeiten nach Prag: Köln, Infos
unter 0221/9329802, Bonn, Infos unter 0228/7667878, Frankfurt, Infos unter
069/772054 (1 Bus steht schon für 15.- DM hin und zurück, 1
Bus optional)
Veranstaltungshinweise für Düsseldorf:
- Am Dienstag den 5. September um 19.00 Uhr in der Vollversammlungsraum
(VV) der FHD im AStA FH Duesseldorf
Buero, Georg Glockstr. 15, Duesseldorf - Golzheim, Raum Nr. NE 23/24 (
im Erdgeschoss 5 Tuere links vom Haupteingang).
findet eine Informations- und Organisierungsveranstaltung zu den Gegenaktivitäten
in Prag.
- Am Montag den 18. September um 19.00 Uhr in der Initiativenhaus, Martinstraße
58, Stadtteil Bilk findet der Antifa-Cafe´ statt. Thema ist der
IWF / WB. Hier werden bei vegi- Vokü und pc Getränke Hintergründe
referiert und über die Mobilisierung nach Prag informiert mit anschliessenden
Diskussion.
Auf zu den Protesten
anläßlich des Jahrestreffens von IWF und Weltbank im September
2000!
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