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Dass es in Deutschland eine
Nazi-Szene gibt, die sich mit ausgesuchten Brutalitäten gegenüber
Ausländern, Behinderten, Linken, Obdachlosen oder Juden auszeichnet,
ist nichts Neues. Das ließ der Staat sich zwar nicht gefallen -
er reagierte mit den üblichen Mitteln seiner Gewalt - aber mit seinem
Kampf gegen "Asyl-miss-brauch" und "Wirt-schafts-flüchtlinge"
zeigte er, dass er inhaltlich gar nicht so weit entfernt war von der besagten
Szene. Und entsprechend zurückhaltend verhielt er sich auch den Nazis
gegenüber.
Jetzt ist plötzlich alles anders. Seit dem Bombenanschlag auf russische
Juden in Düsseldorf Anfang August sind die Rechten in den Mittelpunkt
der politischen und journalistischen Begutachtung gerückt. So geht
es nicht weiter, heißt es überall. Und alle bekannten rechtsstaatlichen
Gewaltmittel, die man bislang lediglich vom Kampf gegen den sogenannten
"Linksterroris-mus" kannte, sollen nun die Rechten zu spüren
bekommen. Selbst die Kampfhunde wurden von den Titelseiten verdrängt.
Was ist passiert?
Die Rechten sind es nicht, die sich irgendwie geändert haben. Ihr
Standpunkt zur "Ausländerfrage" war immer eindeutig: Die
gehören hier nicht hin. Raus müssen sie, notfalls mit Gewalt.
Diesem Argument hatte sich die Staatsaufsicht nie verschlossen. Sie war
es, die tatkräftig daran arbeitete, dass immer weniger "nutzlose"
Ausländer nach Deutschland kamen, die immer wieder - von den Kommunen
bis zur Bundesregierung - die kaum lösbaren finanziellen Probleme
beklagten, die ihnen die Flüchtlinge bereiteten. Trotzdem hatten
einige Bundesbürger Probleme mit der rechtsstaatlichen Vorgehensweise
gegen Flüchtlinge, die diesen bisweilen das Leben kostete. Jene Bundesbürger
wollten es eben noch radikaler als ihr Staat und eliminierten die ungeliebten
Gäste an Ort und Stelle. Der Staat hatte, wie gesagt, mit dem Standpunkt
als solchen wenig Probleme, lediglich die kriminelle Konsequenz war ihm
ein Dorn im Auge - schließlich lässt er sich nicht so ohne
weiteres das Gewaltmonopol aus den Händen nehmen.
Nun ist aber Schluss mit dem Verständnis für diese Sorte von
Ausländerfeindlichkeit. Und das hat seinen Grund in der Korrektur
der offiziellen Ausländerpolitik. Man hat nämlich festgestellt,
dass man, um sich in der globalisierten Welt als Führungsnation behaupten
zu können, den Zugriff auf das entsprechende lebende Inventar rund
um die Welt sichern muss. Green-Cards werden verteilt, um die "Fähigsten"
und "Klügsten" ins Reich zu holen. Sie sollen hier die
Reichtumsproduktion auf ungeahnte Höhen treiben und dem deutschen
Imperialismus die Spitzenstellung in der Welt sichern.
Dieses Vorhaben läuft jedoch ziemlich schleppend an. Die ausländischen
Fachkräfte stehen bei den deutschen Einwanderungsbehörden nicht
wie zunächst erwartet Schlange. Und das hat unter anderem seinen
Grund in dem schlechten Bild, das es noch immer im Ausland von Deutschland
gibt. Es ist nicht nur das Misstrauen, das sich auf die Vergangenheit
Deutschlands beruft, es sind auch die Umtriebe der Neonazis, die so manchem
Inder den Ortswechsel verleiden.
Nur so lässt sich der plötzliche Wandel in der Politik gegenüber
den Rechten erklären. Darum ist es auch nicht erstaunlich, dass gerade
von den bislang übelsten Hetzern gegen die Flüchtlinge die Forderung
nach dem Verbot von Nazi-Organisationen ausgegangen ist.
Wer nun erwartet, dass im Zuge des Orien-tie-rungs-wechsels in der staatlichen
Begutachtung des ausländischen Menschenmaterials auch die traditionellen
"Elendsflüchtlingen" hier nun eine Schnitte machen können,
wird schwer getäuscht sein. Der Staat behält sich vor, weiterhin
zwischen nützlichen und unnützen Einwanderern zu selektieren.
Die Letzteren müssen, wie gehabt, die Koffer packen und von hier
verschwinden.
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Staatsantifa
und Green Card
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