Jahreswechsel - Zeit, Bilanz zu ziehen. Die Bilanz für die Terz sieht
ziemlich gut aus. Im Geschäftsjahr 2002 bewährte sich, dass die Zeitung
sich nicht nur durch Anzeigen finanziert und deshalb von der Krise, die große
Tageszeitungen wie die Faz erlitten, verschont wurde. So kann auch der Abgabe-Preis
von null Euro gehalten werden. Während andere Unternehmen jeder neuen Mode
folgen und etwa an die Börse gehen oder sich aufs Kerngeschäft konzentrieren,
verhielt sich die Terz-Gruppe antizyklisch. Sie weitete ihre Aktivitäten
aus und brachte das Buch "Antisemitismus in den islamischen Gesellschaften"
von Michael Kiefer heraus,
das auf dem Düsseldorfer Buchmarkt für linke Publizistik sofort eine
Spitzen-Position einnahm. Konkurrenz-Blätter wie die "Rheinische Post"
haben der Terz zwar weiterhin einiges an Auflage voraus, dafür verfügt
die Terz über Vorteile bei den besonders umworbenen jungen, gebildeten
LeserInnen. Auch in puncto LeserInnen-Blatt-Bindung macht dem linksradikalen
Organ so leicht niemand etwas vor. Mitentscheidend für den Erfolg dürfte
nicht zuletzt die innere Organisation sein. Die Old Economy kam mit steilen
Hierarchien nicht um die Konjunktur-Delle herum und die New Economy nicht mit
flachen, die sich analog zu den Umsatz-Verlusten zudem rasch wieder erhöhten.
Gar keine Hierarchien erwiesen sich da als klarer Wettbewerbsvorteil. So kann
sich die Terz für das Geschäftsjahr 2003 viel vornehmen. Die Revolution,
die Verhinderung aller Kriege und der Sturz von Erwin stehen unter anderem auf
der Agenda.
www.terz.org - 17.12.2002