NPD-Kandidatur zu den
Landtagswahlen
Erwartungsgemäß
wird die NPD
bei den anstehenden NRW-Landtagswahlen am 22. Mai 2005 antreten,
hochmotiviert
durch den Wahlerfolg bei der Landtagswahl in Sachsen. Konkurrenz aus
der
extremen Rechten erhält sie hierbei nur von den „Republikanern“;
die DVU
verzichtet zugunsten der NPD auf einen Wahlantritt.
„Volksfront
weiter gestärkt“, verkündete der Bochumer Claus Cremer,
stellvertretender
NPD-Landesvorsitzender und NPD-Wahlkampfpressesprecher, in einer
Pressemitteilung vom 5. Dezember. Man habe soeben auf dem
Landesparteitag der
NPD in Essen „den Weg für einen offensiven
Wahlkampf 2005“ bereitet. Und hierbei auch die Kandidaten für die
Landesliste aufgestellt. Von der vielbeschworenen „Volksfront“ mit den
militant-neonazistischen „Freien Kameradschaften“ und der DVU ist
allerdings
auf den ersten sieben Listenplätzen nichts zu bemerken. Zum
Spitzenkandidaten
gekürt wurde der NPD-Bundesvorsitzende Udo
Voigt, gefolgt vom Landesvorsitzenden Stephan
Haase aus Lüdenscheid, zwei der
drei amtierenden stellvertretenden Landesvorsitzenden, Claus Cremer und
Timo Pradel
(Iserlohn), den NPD-Landesvorstandsmitgliedern Wolfgang Mond
(Hagen) und Willibert
Kunkel (Stolberg) sowie dem NPD-Bundesschatzmeister Erwin Kemna aus
Ladbergen, Kreis Steinfurt.
Erst auf Platz 8
ist der erste Kader der „Freien Kameradschaften“
zu finden: Der ehemalige Grevenbroicher FAP-Aktivist Christian Malcoci,
in den achtziger Jahren Elektrotechnik-Student
an der Fachhochschule Düsseldorf und heute Parteifunktionär
der
niederländischen Neonazi-Partei „Nederlandse Volksunie“ (NVU).
Platz 10 belegt
„als weitere Stärkung der nationalen Volksfront“ die
Cremer-Freundin Daniela Wegener, Chefin der
hochsauerländischen Neonazi-Szene. Auf Platz 12 ist Ralph
Tegethoff aus Bad Honnef (Rhein/Sieg-Kreis) nominiert, ein
weiterer Führungskader der „Freien“, der im September gemeinsam
mit den
bundesweiten Topkadern der „Freien“, Thomas Wulff und Thorsten Heise,
der NPD
beigetreten war, um den „Weg zu einer wirklichen Volksbewegung
einzuschlagen,
bei der die Organisationsform in der Frage nationaler
Fundamentalopposition
eine untergeordnete Rolle spielt“.
Insgesamt 15
Kandidaten hat der Landesverband der NPD
zwischenzeitlich bekannt gegeben. Den letzten Platz erhielt Axel
Thieme, Ratsherr aus Dortmund und
der einzige DVU’ler auf der Kandidatenliste.
Derzeitig
nominieren die NPD-Kreisverbände in NRW nach und nach
ihre Direktkandidaten für die insgesamt 128 Wahlbezirke in NRW und
sammeln
Unterstützungsunterschriften für deren Kandidaturen.
Schwerpunkt des
Wahlkampfes dürfte Bochum werden. „Es ist uns eine besondere
Freude
mitzuteilen, daß es gelungen ist den Parteivorsitzenden Udo Voigt
für den
Wahlkreis 107 (Zentralbochum) zu gewinnen“, teilte Claus
Cremer in einer
Pressemitteilung des NPD-Kreisverbandes Wattenscheid mit. Er selbst
tritt
wenige Kilometer weiter im Wahlkreis 109 (Wattenscheid/Herne II) an. Im
Bochumer Wahlkreis 108 steht der Hattinger NPD-Ratsherr Markus
Schumacher, Student an der Ruhr-Universität-Bochum, zur
Verfügung.
Beim Wahlkampf
ist die NPD auf die Unterstützung der „Freien
Kameradschaften“ angewiesen. In Bochum wird das offenbar kein Problem
sein.
Laut einem Bericht im sozialdemokratischen Fachmagazin „blick nach
rechts“ ist
mit Daniela Wegener kürzlich eine deren wichtigsten Kader nach
Bochum gezogen.
NPD-Antritt
in Raum Düsseldorf
und im Kreis Mettmann?
Auch in der
hiesigen Region wird die NPD versuchen, zur
Landtagswahl anzutreten, also Direktkandidaten aufzustellen.
Zuständig für
Düsseldorf ist der NPD-Kreisverband Mettmann um Thomas
Deutzmann aus Monheim. “Die NPD Mettmann beginnt bald mit
dem Sammeln von Unterstützungsunterschriften
[...] Wer in den Kreisen
Erkrath - Haan - Heiligenhaus - Hilden - Langenfeld - Mettmann -
Monheim am
Rhein - Ratingen - Velbert - Wülfrath - Düsseldorf - Solingen
- Wuppertal -
Leverkusen wohnt und ebenfalls bereit ist, den Wahlantritt der NPD
durch eine
Unterschrift zu unterstützen, aktiv im Wahlkampf oder durch eine
Spende helfen
möchte, der meldet sich bitte [...], heißt
es auf der „Heimatseite“ des Mettmanner
Kreisverbandes. Ob es für eine
Kandidatur in Düsseldorf bzw. für die nötigen 100
Unterstützungsunterschriften
pro Wahlbezirk reichen wird, darf allerdings aufgrund der seit vielen
Jahren
inaktiven Düsseldorfer NPD bezweifelt werden. Im Kreis Mettmann
zeigen sich die
„Kameraden“ aber zuversichtlich: „Die NPD wird im gesamten Kreis
Mettmann [...]
zur Landtagswahl
antreten.“
Antifaschistisches AutorInnenkollektiv
.
www.terz.org - 22.12.2004