Der amerikanische Schriftsteller T.C.Boyle hat vor ein paar Jahren einen Roman
geschrieben, in dem er sich dezent, wie es nun mal seine Art ist, über
Tier- und NaturschützerInnen lustig machte. Die Artikelüberschrift
ist diesem Roman entnommen, weil sie meines Erachtens nach einiges an Wahrheit
enthält.
Sollte man sich zu bestimmten Formen von Geschmacklosigkeiten überhaupt
äußern? So wie z. B. der "Spiegel", der Dr. Tod alias Gunther
von Hagens anprangert und gleichzeitig aufs Titelbild bringt? Jedenfalls bekommen
wir demnächst eine neue Show, einen neuen Thrill, besser gesagt eine Kampagne.
Nach dem unsäglichen Gunther von Hagens, der für seine Horror-bzw.
Körpershow offensichtlich selbst Hingerichtete verschnibbelte, kommt jetzt
die Peta (People for the ethical Treatment of Animals) Kampagne mit dem "Holocaust
auf Deinem Teller". Mich macht so schnell nichts mehr zickig, aber es gibt
sie noch, die Momente, in denen ich bestimmte Leute einfach nur noch zum Kotzen
finde. Auf ihrer www: Masskilling.com Homepage zeigt diese Organisation der
Menschenfeinde parallel Bilder von gequälten oder ermordeten Menschen aus
deutschen Vernichtungslagern aus dem zweiten Weltkrieg und von Hühnern,
Rindern und anderen Tieren aus Schlachthöfen der heutigen Zeit. Dies soll
angeblich Tieren helfen.
Dass diese Kampagne zutiefst beleidigend ist für jeden, der einen wie auch
immer vorhandenen Bezug zum Holocaust hat, fällt diesen intellektuellen
Tieffliegern wohl nicht auf, oder es ist ihnen egal. Alles für die vermeintlich
gute Sache. In Amerika sind folgerichtig die Appelle diverser antifaschistischer
und jüdischer Organisationen, diese Kampagne einzustellen, gescheitert,
man will ja nicht den Holocaust verharmlosen, nein, das will man nicht. Man
ist ja auch kein Nazi, sondern nur empört, wie schlecht wir Menschen arme
Tiere behandeln. Vieles im Leben ist empörend ... "Der Da", der
als Thomas D. viel Geld mit "Die Da" bei den Fantastischen Vier verdient
hat, ist auch dabei und reimt scheußliches Zeug und glaubt, dass die Kampagne
noch krasser sein sollte. Merken so Typen noch irgend etwas?
Also meine Bitte an die LeserInnen: Versucht mitzuhelfen, diese Kampagne - wenn
möglich - im Vorfeld zu stoppen. Die Aktion Sühnezeichen hat zu diesem
Zweck eine E-mail Adresse eingerichtet und zwar: StopPetakampagne@asf-ev.de
Ansonsten erklärt jungen VeganerInnen dieser Ausrichtung (es gibt natürlich
auch andere), dass es Grenzen gibt. Ich bin nun wirklich nicht gegen VegetarierInnen,
auch nicht gegen VeganerInnen und schon mal gar nicht für Tierquälerei.
Aber wer die schlimmsten Formen menschlicher Verbrechen mit dem Konsum von Fleisch
gleichsetzt, muss meines Erachtens aus jeglicher ernsthafter ethischer Diskussion
ausgeschlossen werden und sollte sich behandeln lassen. Oder es mal (ich weiss,
dass dies schwer ist!) mit Nachdenken versuchen.
Vielleicht finden viele diesen Abzug hier zu persönlich. Vielleicht stimmt
dies sogar. Vielleicht schafft man es mit solch polemischen Zeilen nicht, irgendeine/n
Möchtegerntierfreund/In zum Nachdenken zu bewegen. Aber die Gestaltung
dieser Website hat mich zornig gemacht! Ich besitze Bilder meines Großvaters
aus einem deutschen Arbeitslager. Er hat den Krieg überlebt, was nicht
für alle meiner Familie gilt. Ich wehre mich dagegen, dass durchgeknallte
Neohippies, die sich womöglich noch für Linke halten, Bilder von Menschen,
die das Schlimmste überlebt haben oder ermordet wurden, für solche
Zwecke mißbrauchen. Oder sind die Überlebenden des Holocaust für
solche TierschützerInnen Schweine, die der Schlachtbank entkamen? Ekel!
FEHRI
www.terz.org - 25.2.2004