Wildcat: Irak Krieg
Dem einen oder anderen dürfte die Wildcat noch bekannt sein.
Einen Namen hat sich die Zeitschrift über ihren Schwerpunkt der gesellschaftlichen
Entwicklungen aus undogmatischer klassenkämpferischen Sicht gemacht.
Undogmatisch wird auch der Irak Krieg behandelt. In lesenswerten Artikeln wird
über Aspekte des Krieges geschrieben, die weit über die Konzentrierung
auf das Öl als Kriegsgrund hinausgehen. Besonders erwähnenswert ist
der Artikel: "Krise des Kriegs und Grenzen des Kapitalismus", wo u.a.
der Krieg als Folge der neueren Entwicklungen des Kapitalismus erklärt
wird, demnach ist die gegenwärtige Politik der USA als Schwäche zu
sehen, die durch die militärische Übermacht verdeckt wird. Dieses
Vakuum ausnutzend, versucht die europäische bzw, deutsche Politik, mit
ihrer appeasement Politik die Muskeln spielen zu lassen. Auch sehr interessant
der Artikel über Desertation, Sabotage und das sogenannten fragging, dem
Umbringen von strengen und aggressiven Vorgesetzten durch US Soldaten im Vietnam
Krieg.
Das momentan lesenswerteste und aktuellste zum Thema Golfkrieg. Zu beziehen
im gut sortierten Buchhandel. Für Düsseldorf: BiBaBuZe, Aachener Str.
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Wildcat
Sondernummer Irak- Krieg
94 Seiten für 3 Euro
magDas Imperium des High-Tech-Kapitalismus
In der Zeitschrift "Das Argument" werden die neuen technologischen
Entwicklungen in Arbeitsprozessen von der Bildschirmarbeit bis zur Rolle der
(digitalen) Information und der Privatisierung von Wissen in ihren Auswirkungen
auf kapitalistische Mehrwertschöpfung, Arbeitsverhältnisse und Klassenverhältnisse
durchleuchtet. Die "Gruppe Blauer Montag" beschreibt hierbei die indirekten
Kontrollmechanismen bei Gruppenarbeit und sog. selbstbestimmten Arbeitsformen
und freien Zeiteinteilungen in der IT-Branche. In der Auseinandersetzung mit
dem High-Tech-Kapitalismus im "Argument" spielt auch die Debatte um
die Thesen von Michael Hardt und Antonio Negri in ihrem Bestseller "Empire"
eine Rolle. Susanne Schulz setzt sich dabei kritisch mit deren Verständnis
von "immaterieller Arbeit" im Kontext geschlechtsspezifischer Zuschreibungen
auseinander. Bob Jessop dekonstruiert die "Empire"-Thesen als Affirmation
neoliberaler Hegemonie von Links und vergleicht die Thesen von Hardt/Negri mit
Manuel Castells Begriff der Netzwerkgesellschaft, den er als rechte Verklärung
der New Economy interpretiert. Nach Jessop bewegen sich sowohl Castell wie auch
Hardt und Negri als ehemalige Linke mit ihren affirmativen Interpretationen
der immateriellen Arbeit und des neuen "Informationalismus" jenseits
des Marxismus. Mit Bezug auf Nicos Poulantzas hingegen versucht Jens Wissel
den "Empire"-Begriff für eine Analyse des neuen Verhältnisses
zwischen Nationalstaat, transnationalen Institutionen und gesellschaftlichen
Bewegungen und Kämpfen nutzbar zu machen. Alfred Scharrenberg beschäftigt
sich mit der Rolle des Nationalstaates im Globalisierungsprozess und arbeitet
heraus, dass Nationalismus und Regionalismus keineswegs entschwinden, sondern
die Kehrseite des Globalisierungsprozesses darstellen. Leo Panitch beschreibt
die zunehmende gewalttätige Reaktion staatlicher Organe auf die Antiglobalisierungsbewegung
und weist auf die politische Notwendigkeit hin, über reine Protestformen
hinaus zu der Entfaltung alternativer Gesellschaftsmodelle zu gelangen.
AL C.
Das Argument 248
Heft 5/6 2002
Hamburg 2002, 10,20 Euro
www.terz.org - 25.3.2003