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Emil Carlebach, der einer traditionsreichen jüdischen Rabbinerfamilie
angehörte, schloss sich früh der kommunistischen Bewegung an.
Von den deutschen Faschisten ins Konzentrationslager Buchenwald gesperrt,
beteiligte er sich dort am Widerstand. Von dieser Zeit berichtet das Buch
"Tote auf Urlaub. Er verteidigte den Kampf der Gefangenen gegen die
Lügen der liberalen und rechten Historiker:
"Wir fragen alle diese Herren: Ist es wahr oder ist es nicht wahr,
daß wir 21.000 Gefangene lebend aus Buchenwald herausgeführt
haben?
Ist es wahr oder ist es nicht wahr, daß wir 903 Kinder, die für
den Gastod bestimmt waren, über Jahre hinweg geschützt und schließlich
der Freiheit wieder gegeben haben?
Ist es wahr oder ist es nicht wahr, daß vom 4. April 1945 an das
Lager in passiver Resistzenz die vom Todesmarsch bedrohten jüdischen
Mitgefangenen beschützt hat?
Ist es wahr oder ist es nicht wahr, daß auf diese Weise durch den
Widerstand des Internationalen Lagerkommitees, in dem die deutschen Kommunisten
eine hervorragende Rolle spielten, 3000 jüdischenMenschen das Leben
gerettet wurde?
Ist es wahr oder ist es nicht wahr, daß am 11. April 1945 die seit
Jahren illegal bestehende Internationale Militärorganisation Stacheldraht
und Wachtürme stürmte und den später heranrückenden
Amerikanern über 100 gefangene SS-Leute übergab?
Ist es wahr oder ist es nicht wahr, daß die Kämpfer der französischenBrigade
der Militärorganisation vom Generalstab der Republik Frankreich als
Soldaten der französischen Befreiungsarmee anerkannt wurden?
Ist es wahr oder ist es nicht wahr, daß im amerikanischen Militärarchiv
in Washington das Dokument im Original liegt, das am Anfang dieses Buches
steht und in dem bestätigt wird, daß das Lager schon vor Ankunft
der dritten US-Armee in der Hand der bewaffneten Häftlinge war?
Keine Ausflucht, meine Herren! An der Antwort auf diese Fragen scheidet
sich die Wahrheit von der Lüge."
Nach der Zerschlagung des Hitlerfaschismus engagierte sich Emil Carlebach
in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes und in der Kommunistischen
Partei Deutschlands. Als die Herrschenden die KPD 1956 erneut verboten,
arbeitet er weiter als illegaler Funktionär. Nach ihrer Konstituierung
trat er der DKP bei. Bis zuletzt hat Emil Carlebach gegen den Faschismus
und für die klassenlose Gesellschaft gestritten. Von ihm stammt das
Buch "Hitler war kein Betriebsunfall" aber auch zahlreiche Interventionen
in die Tagespolitik, z.B. gegen die rassistische Unterschriftensammlung
der CDU.
Emil Carlebach wurde am 27.4. in Frankfurt beerdigt.
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