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Der Kosovo-Konflikt und die neue Nato-Strategie |
Kriegspropagandaminister
Scharping |
| Anno Domini 1999, als die Bomben auf die Serben
krachten, war auf die mediale Heimatfront Verlass. Fernsehen und Presse
betätigten sich als Sprachrohr der staatlichen Kriegspropaganda: Die
Nato-Bombardements seien eine humanitäre Intervention, um die humanitäre
Katastrophe im Kosovo zu beenden. Knapp zwei Jahre später hingegen
wird Kriegsminister Scharping im Fernsehen als Lügner entlarvt, der
Kriegsgründe inszeniert habe. "Deshalb führen wir Krieg", pflegte Scharping mit hochrotem Kopf und bebender Stimme zu sagen, wenn er sich über "Massaker" der Serben an "unschuldigen Zivilisten" ereiferte. So auch am 27. April 1999, als er auf einer Pressekonferenz "grauenhafte Bilder" zeigte, die ein Massaker der serbischen Spezialpolizei in einem kleinen Bauerndorf namens Rugovo belegen sollten. Noch heute behauptet Scharping, er habe sich bei seinen Schilderungen auf OSZE-Beobachter stützen könne. Einer dieser Beobachter war der Polizeibeamte Henning Hensch, der bereits seinerzeit dem Herrn Minister widersprach. In seinem offiziellen Ermittlungsbericht schreibt er, dass es sich bei den Leichen auf Scharpings grauenhaften Bildern um "UCK-Fighter" handele. Scharpings "unschuldige Zivilisten" waren in Wahrheit also bewaffnete Kosovo-Albaner, die sich ein Gefecht mit serbischen Soldaten geliefert hatten, weil ihre Landsmannschaft einen Staatsgründungskrieg führt. Deshalb spricht nun auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen von einer "Kriegslüge" und sendet folgenden Kommentar: "Dieser Film zeigt, wie schon vom ersten Tag des Kosovokrieges an die Bevölkerung getäuscht wurde. Dieser Film zeigt auch, wie Tatsachen verfälscht und Fakten erfunden, wie manipuliert und auch gelogen wurde. Dieser Film zeigt, weshalb Bomben auf Belgrad fielen." (Alle Informationen und Zitate nach: "Es begann mit einer Lüge", ARD, 8. 2. 2001, 21.45 Uhr) |
Die inszenierten Kriegsgründe |
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Die Fans der "humanitären Intervention" allerdings lassen
sich durch die Aufdeckung der Lügen des Kriegspropagandaministers
nicht irritieren. Scharping habe zwar übertrieben und vielleicht
sogar gelogen, aber das Elend der Kosovo-Albaner habe die Luftangriffe
auf die Serben erforderlich gemacht. Besser informiert über die Ursachen
des Flüchtlingselends waren Scharping und seine Getreuen. In einem
Lagebericht der Bundeswehr vom 23. März 1999, das war am Tag vor
dem Kriegsbeginn, heißt es zur Taktik der UCK: |
Die Taktik der UCK |
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Zu barbarischen Höllenhunden und Nachfolgern des Hitlerfaschismus,
die eine "humanitäre Katastrophe" verursacht hätten,
mussten die Serben erklärt werden, weil die Nato-Strategen zwei hehre
Ziele verfolgten. Kurzfristig ging es darum, den Störenfried Serbien
zum Gehorsam zu zwingen, weil die serbische Regierung sich nicht umstandslos
den Maximen der Nato-Staaten unterwerfen wollte. So mochte die Milosevic-Regierung
nicht die gnadenlosen Vorgaben des Internationalen Währungsfonds
(IWF) befolgen, die auf die Einpassung der Wirtschaft Restjugoslawiens
in den Weltmarkt abzielten. FRANZ ANGER |
Die neue Strategie der Nato |