comicNicht ohne meine Konsole
Nach "Mein Freund, der Rechner" ist dies das zweite
Heft von dem Multi Talent Lewis Trondheim zum Thema Computer. Jeder, der so
ein Scheißgerät kennt, weiß um die Probleme, die einem so ein
Ding macht. Und da soll noch einer sagen, Computer erleichtern einem die Arbeit.
So erscheint dieses Comic genau richtig, um diesem Ärger mal aus dem Weg
zu gehen. So erscheinen im Comic die größten Probleme nichtig und
klein. Diesmal geht es hauptsächlich um die Video- und Konsolenspiele.
Felix und Patrick entwickeln das geilste Computerspiel überhaupt mit den
Figuren Akneboy, Kotzerito, dem Superlepraman und einigen anderen netten Gestalten.
Ein Spielehersteller ist auch wirklich interessiert, doch dann ist diese Firma,
wie so viele in der new economy, einfach verschwunden. Und dann taucht das Spiel
auch noch im Internet auf. Das Leben ist hart. Ein Ausspannen in der freien
Natur bietet sich an, aber ein Leben ohne eine Spielkonsole ist schon schwer.
So endet der Ausflug mit dem ultimativen Spieleevent nachts auf der Wiese, auf
einer Leinwand Space Commando spielend. Und so ist die Welt wieder schön.
Trondheims Humor macht immer wieder Spaß. Die Verrenkungen des Alltags
dreht er durch seinen Comicwolf und erzeugt damit eine abstruse Welt des Witzes.
Nicht ohne meine Konsole
Lewis Trondheim
Carlsen Verlag
48 Seiten für 10 Euro
comicVon Dieben und Denunzianten
1
An ein schwieriges Thema wagt sich der Franzose Jean Pierre Gibrat, der u.a.
bekannt ist durch "Der Aufschub". Wiederum spielt die Handlung in
dem von den Deutschen besetzten Frankreich des 2. Weltkrieges. Diesmal handelt
das Comic von der Resistance, dem Widerstand gegen die deutsche Besatzung. Jeanne
hat noch Glück im Unglück. Aufgrund einer Denunziation wird sie von
der französischen Polizei und nicht von den Deutschen festgenommen. Die
bei ihr gefundene Pistole hätte ansonsten ihren Tod bedeutet. Kurz nach
ihrer Ankunft wird der Kleinkriminelle Francois zu ihr in die Zelle gesteckt.
Ein alliiertes Bombardement nutzen die beiden zur Flucht. Aufgrund der Entdeckung,
dass er ihre Schwester kennt, vergisst Francois die Unterschiedlichkeit zwischen
ihnen und hilft ihr weiter auf der Flucht. Er bringt sie auf einem Pariser Binnenschiff
unter. Jeanne nimmt vorsichtig Kontakt mit ihrer Gruppe auf. Zurück auf
dem Boot geraten sie und der Schiffer in Gefahr. Wurde sie verraten?
Das auf zwei Bände angelegte Comic entspricht natürlich in keinster
Weise der Realität. Zu flapsig erscheint das Ganze, um der Realität
stand zu halten. Und dennoch finden sich in dem Comic all die Facetten, die
das Leben in der damaligen Zeit ausmachten, wie Denunziation, Verrat, Heldentum,
Anpassung, Widerstand, Witz, Mut, etc. Gibrat macht aus dieser Mischung eine
spannende Geschichte, sozusagen ein Funny Comic mit ernstem Hintergrund. Eine
Form, die durchaus gelungen ist und aufzeigt, wie ganz normale Leute zu Helden
werden.
Von Dieben und Denunzianten 1
Jean Pierre Gibrat
Salleck Publications
58 Seiten für 12.90 Euro
www.terz.org - 29.4.2003