Nach dem Krieg ist vor dem Krieg. Weil die US-Army gerade so einen guten Lauf
hatte, wäre Bush am liebsten gleich weiter gen Syrien gezogen, aber das
wird schon noch. Warum alles so glatt verlief, erklärte der Kommandeur
des für das Massaker an den 12 irakischen ZivilistInnen verantwortlichen
3. Bataillons einem Journalisten der New York Times. Der Krieger gab an, nach
der Devise des General Sherman zu handeln: "Es ist sinnlos, darum herumzureden.
Je grausamer der Krieg ist, desto schneller ist er vorbei.
" Die Lizenz zur Grausamkeit als Gründungsmythos des modernen Staates
machte die Ausstellung "re: Leviathan" zum Thema. Sie zeigte, in welchen
Bildern sich Macht selbst inszeniert und welche visuellen Gegen-Strategien möglich
sind. Ziemlich harter Stoff, aber es sind halt auch harte Zeiten (Seite 16/17).
Eine handfeste Strategie gegen den Kapitalismus stellte einst der 1. Mai als
Großkampftag der Arbeiterklasse dar. Wie es dazu kam, welche Auseinandersetzungen
es um ihn innerhalb der Linken gab und warum
das alles in nicht viel mehr als einer netten Hofgarten-Party endete, erzählt
euch unser Al C., der Guido Knopp des Linksradikalismus, auf den Seiten 7-10.
Die Kehrseite dieser Zahmheit ist der immer aggressiver betriebene Klassenkampf
von oben. In Düsseldorf mussten das Sozialamt und seine Außenstellen
schon vor der Verwaltung des Elends kapitulieren. Ein Verwaltungsrichter bezeichnete
die Behörden als "katastrophal unterbesetzt", warf ihnen eine
"grob fahrlässige Verwaltungspraxis" vor und löste damit
einen kleinen Skandal aus (Seite 10/11). Was lernen wir daraus: Geht heraus
zum 1. Mai, aber geht nicht über den Bratwurst-Stand!
www.terz.org - 29.4.2003