comicSpirou
und Fantasio
Flut über
Paris
Lang, lang hat es gedauert. Nach Jahren des Wartens erschien
nun endlich ein neuer Spirou und Fantasio Comic. Die Erwartungen waren
dementsprechend hoch. Die Enttäuschung sitzt folglich tief. Naja,
sagen wir
mal: Es ist ein durchwachsenes Album – während die
Zeichnungen immer wieder
gefallen. Der Versuch des Zeichners Jose-Luis Munuera ist durchaus als
gelungen
anzusehen, den alten Stil mit seinem zu verbinden und neue Akzente zu
setzen.
Die actionreichen Szenen gefallen, auch wenn manchmal die Figuren etwas
starr
wirken. Die Geschichte selber, ausgedacht von Jean David Morvan,
lässt jedoch
zu wünschen übrig und wirkt langweilig. Zwei Androiden
entführen den Grafen von
Rummelsdorf. Kurze Zeit darauf wird Paris unter Wasser gesetzt. Spirou
und Fantasio
machen sich auf die Suche durch das nasse Paris. Schon bald entdecken
sie, wer
hinter dem Ganzen steckt. Doch zur Überraschung der beiden kennen
sich der Graf
und die Entführerin sehr gut. Und es stellt sich heraus, dass
alles einer guten
Sachen dient.
Das Ganze
schwankt wie schon in den letzten Alben zwischen
Fiktion und Realität. Aktuelle Bezüge wie “Der
Wiederaufbau von Paris schafft
Arbeitsplätze! Eine große Chance für ein Land, dessen
Regierung den Kampf gegen
die Arbeitslosigkeit zu ihrem vorrangigen Ziel erklärt hat!”
wirken aufgesetzt.
Der ganzen Story fehlt der Drive und das packende Element. Das ist
schade.
Wahrscheinlich wurde, wie so oft aufgrund der hohen Erwartung, der man
ausgesetzt war, das Skript andauernd verändert, bis es allen
Verantwortlichen
gefiel. Zumindest deutet das andauernde Verschieben des
Erscheinungstermins
darauf hin. Schade eigentlich, denn der Ansatz für eine gelungene
Fortsetzung
der Serie wäre durchaus vorhanden. So aber bleibt der verstorbene
Altmeister
Franquin weiterhin unerreicht.
Meikel
Morvan
& Munuera:
Spirou
und Fantasio #45 – Flut über Paris
Carlsen
Comics, 56 Seiten für 8 Euro
www.terz.org - 27.04.2005