Sexismus an der Uni? - Nie!

Wir, die Frauenreferentinnen der Uni und der FH Düsseldorf, führten zum Thema Seximus eine Umfrage auf dem Campus durch, an der 128 Personen teilnahmen.

Anonym befragt wurden 65 Männer, 60 Frauen und 3 Personen, die sich keinem der beiden Geschlechter eindeutig zugehörig fühlen, im Alter von 14 bis 69 Jahren; zumeist Studierende, Dozenten oder Gäste der Uni. Uns Referentinnen war es wichtig zu sehen, inwieweit sexistische Strukturen vorherrschen, wie mit ihnen umgegangen wird und wie die Befragten generell zu Themen wie Gender und Feminismus stehen.

Dass Gender das sozial konstruierte Geschlecht ist, wusste immerhin ein Viertel der Befragten, einem ebenso großen Anteil war das Wort völlig fremd oder sie machten keine Angabe. Der Rest gab Antworten wie "Geschlecht auf Englisch", "Gleichheit der Menschen", oder "Biologisches Geschlecht"; bei den Frauen kam sogar einmal "Diskriminierung" als Antwort heraus.

Unter Feminismus verstehen die Befragten vieles: Die Angaben reichen von "Bewegung frustrierter, bärtigen Frauen, die keinen Mann abkriegen" über "Männerhasserinnen" bis zu "Verneinung der Natur des Menschen" (Angabe eines 22-jährigen Mannes). Die Mehrheit der Befragten allerdings antwortete mit "Kampf für Gleichberechtigung", "Selbstbestimmung der Frau" oder "Kampf gegen patriarchale Strukturen". Trotz allem wird Feminismus noch zu häufig als radikales, negatives Phänomen betrachtet. Uns wurde deutlich, dass die richtige Auseinandersetzung mit diesem Thema eindeutig fehlt.

Alle Fragen wurden offen formuliert, wie auch die nach sexistischen Strukturen.

Fast die Hälfte aller Befragten, Männer wie Frauen, hat noch keine Erfahrung mit Sexismus gemacht, aber alle drei Transgender wussten davon zu berichten, sowohl in der Uni als auch im Alltag. Ebenso haben 36 der 60 befragten Frauen Erfahrungen damit, die meisten von ihnen definieren ihn als "Diskriminierung und Benachteiligung auf Grund des Geschlechtes", wie auch gut ein Drittel der von uns befragten Männer. Neun weitere Herren gingen sogar soweit, Sexismus als eine sexuelle, triebhafte, auf Äußerlichkeiten beruhende Wahrnehmung von Frauen zu definieren, ebenso viele merkten an, dass die Gesellschaft voll damit sei.

Klar wurde, dass die üblichen Klischees, wie dass Frauen nicht einparken können, gute Mütter sind, gerne shoppen und Sekt trinken; aber Männer sich für schnelle Autos interessieren, schlechte Väter sind, nicht auf ihr Äußeres achten und literweise Bier konsumieren, noch immer verbreitet sind; jedoch als sexistische Wertungen aufgefasst werden.

17 Männer und 16 Frauen sind der Meinung, dass es keinen Sexismus an ihrer Uni/FH gibt. Erlebt haben ihn dort aber - ob selten oder häufig - alle anderen Befragten. Die Formen, in denen er auftritt, variieren, vor allem in den unterschiedlichen Studiengängen. Sie reichen von Vorteilen bei Prüfungen bis zu Nötigung durch Dozenten.

Erstaunlich war für uns vor allem, dass die Anzahl der Antworten bei Männern und Frauen zu den selben Fragen fast immer identisch war. Das zeigt, dass bei den Befragten ein ähnliches Denken zu den angesprochenen Diskursen herrscht. Deutlich wurde dies vor allem bei der Annahme von jeweils 16 Frauen und 16 Männern, die nicht glauben, dass sich Personen von Sexismus diskriminiert fühlen können. Falls doch, liege es daran, dass die "Opfer" frustriert sind oder drüber stehen sollten und nicht genügend sensibilisiert worden sind.

Wir Referentinnen beziehen aus dem Ergebnis vor allem künftige Arbeitsaufträge. So werden wir weiterhin versuchen, sexistische Strukturen an unseren Hochschulen offen zu legen, und über Feminismus und Gender aufzuklären, wobei eine Kooperation mit dem neu gegründeten Gender-Referat der FH im Vordergrund steht.


Es sind alle Interessierten herzlich eingeladen, zu folgenden Veranstaltungen der Frauenreferate zu erscheinen:

28. Mai, 18 Uhr, Cafe Freiraum, Georg-Glock-Straße 15
Vortrag: Was ist neu und was ist dran am neuen Feminismus? mit Mithu M. Sanyal und Melanie Stitz (Autorinnen der Zeitschrift "Wir Frauen")

4. Juni, 18. Juni, 18 Uhr, Frauenreferat der FH auf dem Campus der Uni, neben der ULB
Drittes und viertes Treffen in netter Runde unseres Lese- und Diskussionszirkels zu Judith Butlers "Das Unbehagen der Geschlechter"

31. August, 18 Uhr, Zakk
Vortrag über Anarcha-Feminismus

Kontakt und weitere Termine:
www.frauenreferat.wordpress.com
www.myspace.com/frauenreferat_fhd
frauenreferat [at] gmx.de