Kaum erscheint die Terz mal einen Monat nicht, macht Erwin schon, was er will.
Er führt einen Privat-Krieg gegen die Roma, schützt das Rathaus durch
eine Wagenburg und verbarrikadiert den Stauffenplatz (S.6/7). Auch bei der von
ihm gemeinsam mit der SPDlerin Marlies Smeets betriebenen Ablösung des
Finanzchefs der Stadtsparkasse verlief nicht alles koscher (S.14). Bei der Eröffnung
der Punk-Ausstellung (S.18/19) kreuzte er ebenfalls auf. Sollte er sich vielleicht
als Polit-Punk empfinden? Wohl eher nicht, jedenfalls lässt das seine allergische
Reaktion auf die Musiker einer Düsseldorfer
Band vermuten, die ihn als Namenspatron erwählte und ein vertontes Statement
zur Bundestagswahl aufnahm(S.17). Auf den Raub der Olympia-Flagge (S.10) folgte
wundersamerweise zunächst kein Tobsuchtsanfall. Der OB hatte die Tat nämlich
erst seiner erfolgreichen Bewerbungs-PR zugeschrieben und Fans am Werk gesehen,
weil er sich so schlecht Menschen vorstellen kann, die anders sind als er. Als
seine Umgebung ihn aufklärte, wurde er allerdings bös fuchsig.
Deutschland treibt in diesen Zeiten natürlich etwas ganz anderes um. So
viel Volksgemeinschaft war schon lange nicht mehr. War sie einst über den
"bösen Jud'" zusammengekommen, so heute über die "böse
Flut". Darum kann von dieser Stelle der Appell an jeden aufrechten Antifaschisten
nur lauten: "Wasser marsch! - Und zieht jeden Stöpsel, den ihr zu
fassen kriegt!"
www.terz.org - 26.8.2002