Es ist doch
immer wieder
schön zu sehen, wie die Vermarktung angeblicher Tabus
funktioniert. Ein
kommerziell ausgerichteter Filmproduzent wie Bernd Eichinger dreht in
Petersburg einen Film, endlich mal wieder möchte man sagen,
über die letzten
Tage im Führerbunker. Eine Geschichte, die noch viel zu selten
erzählt worden
ist. Das größte deutsche Nachrichtenmagazin bringt dazu eine
lange Titelstory,
Adolf der Böse steigert halt immer noch die Auflagen. Schön
finde ich, dass
menschlich völlig neue Aspekte in dieser Story zu finden sind. Es
ist rührend,
wie schlecht es Adolf am Ende ging: Am 22.04.1945 schrie er mit
Tränen in den
Augen: “Der Krieg ist verloren!” und warf seine Buntstifte weg!!!!! Ein paar Tage später der Abschied von der
Sekretärin Traudl Jung, die die literarische Vorlage für den
Film lieferte. Der
Spiegel zitiert: “Ich fühlte seine Rechte ganz warm in der meinen,
er schaut
mich an, aber er sieht mich nicht. Ganz weit weg scheint er zu sein.”
Seufz,
mein Taschentuch wird ganz nass, aber es wird noch schlimmer! Spiegel:
Eva
Hitler lächelte und sagte mit einem Schluchzen in der Stimme:
“Grüßen Sie mir
Bayern.” Die letzte Botschaft. Was hat der Bolschewismus diesem Paar nur angetan?! Was hat die freie
Marktwirtschaft in Spiegelredakeuren angerichtet?! Was für ein
Kitsch und
Schmandt! Weiter geht es: Interview mit dem alten SS Mann Rochus Misch
über die
letzten Tage im Führerbunker. Der Mann hat immer noch Haltung, wie
ein Bild
beweist. Gut so! Achtung!!! Und dann diese kritischen Fragen an den
wertvollen
Zeitzeugen. “Kam Hitlers Selbstmord für Sie überraschend?”
“Wir haben immer
noch gehofft, dass er aus Berlin rausgebracht wird. Aber der wollte
nicht, da
war nichts zu machen.” Jaul, wie entsetzlich, vielleicht hätte
Adolf noch
weiter machen können, in den Alpen oder im Neandertal? “Viele, die Hitler getroffen haben, berichten
von einer hypnotischen Wirkung, die von ihm ausging. Haben Sie das auch
empfunden?” “Nein, überhaupt nicht. Das war ein ganz normaler
Mensch.” Ja, das
fürchte ich auch. Genug davon. Aber eine echte Sensation gibt es
in diesem
Interview. Mich erinnert sich noch an seine Telefonnummer im Bunker!
120050!
Wartet da vielleicht bis heute jemand auf Befehle?! Wie dem auch sei,
ich
schlage folgendes vor: Eine lustige Daily Soap: So trieben wir es im
Bunker!
Ich bewerbe mich freiwillig für die Rolle sagen wir mal eines
Obergruppenführers Hasso von Manteuffel, oder so ähnlich.
Hauptsache ich darf
viel brüllen, saufen und die Sekretärinnen betatschen. Hin
und wieder mal eine
MG Garbe in Richtung Rote Armee ballern und in seltenen
Höhepunkten ihm in die
stahlgraublauen Augen schauen, unter deutschen Männern halt. Den
Bann zu
spüren.....der immer noch so viele verwirrt! Banzai!
Fehri
www.terz.org - 1.9.2004