Kriege finden ganz woanders in der Welt statt. Doch es besteht kein Grund,
sich bequem zurückzulehnen. Sie haben mehr mit uns zu tun, als man vermutet.
Mit einer Veranstaltungsreihe wird die Gruppe "Krieg ist Frieden - Düsseldorf"
sich mit ganz unterschiedlichen Aspekten zum Thema Krieg beschäftigen.
Vom 6.-8. Februar 2004 treffen sich erneut, wie jedes Jahr, die NATO-Krieger
in München. Dort diskutieren sie die neuesten militärischen Doktrinen,
stecken ihre nächsten Ziele ab und bereiten Kriege vor. Für das militärische
Bündnis NATO, den Zusammenschluss von 12 europäischen Staaten sowie
den USA und Kanada, ist diese jährliche Konferenz eines der wichtigsten
Treffen. Beschönigend "Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik"
genannt, ist dies ein Treffen von Verbrechern und Mördern. Wie schon in
den letzten Jahren, wird es auch im kommenden Jahr eine Mobilisierung gegen
dieses Treffen geben. Im Jahr 2002 haben 10.000 Menschen das erlassene Demonstrationsverbot
missachtet und das Treffen behindert. 2003 versuchte der Münchner SPD-Oberbürgermeister
im Zuge des beginnenden Irak-Kriegs mit einer eigenen Demonstration die Mobilisierung
gegen die NATO- Sicherheitskonferenz zu spalten. Dieser Versuch ging nicht auf.
Gegen die NATO-Kriegskonferenz und den Irak-Krieg wurde eine internationale,
linke Großdemonstration organisiert, die mit 25.000 TeilnehmerInnen die
Gemeinsamkeit zwischen den Bewegungen gegen den Krieg und gegen die kapitalistische
Globalisierung dokumentierte.
Im Frühjahr diesen Jahres gingen weltweit Millionen Menschen gegen den
Krieg im Irak auf die Straße. Auch in Düsseldorf demonstrierten Tausende.
Wer sich mit Krieg beschäftigt, wird schnell feststellen, dass es nicht
ausreicht "für den Frieden" zu sein, sondern sich dezidiert gegen
den Krieg gewendet werden muss.
Der Krieg im Irak ist, trotz des von Bush verkündeten Endes, noch lange
nicht vorbei. Krieg wird immer mehr zum Ausdruck eines permanenten Krisenmanagements.
Momentan finden, nach der Definition von FriedensforscherInnen, weltweit 43
Kriege statt. An ihnen zeigen sich die unterschiedlichen Vorgehensweisen zur
Absicherung der westlichen Interessen.
In Kolumbien werden paramilitärische Verbände unterstützt. Dort,
wie auch in vielen afrikanischen Ländern, sind auch zahlreiche westlich
geführte Söldnerfirmen (die häufig mit ehemaligen Militärs
besetzt sind) aktiv. In Afghanistan beispielsweise werden lokale Warlords unterstützt.
Die Kriege unserer Zeit werden geführt, um die Vorherrschaft eines Kapitalismus,
der auf Geschlechterhierarchien, Ausschlüssen, Konkurrenz, Ungleichheiten,
Zerstörung usw. basiert, abzusichern und durchzusetzen. Es geht dabei auch
um die fortwährende Sicherung von Ressourcen und um die Kontrolle von Migrationsbewegungen.
Die weltweite Ausbeutung und die Kriegspolitik der führenden kapitalistischen
Staaten sind zwei Seiten derselben Medaille. Es gibt für die "neue
Weltordnung", verharmlosend "Globalisierung" genannt, keinen
Friedenszustand mehr, der ohne Krieg auskommt.
Das "Nein" der rot-grünen Bundesregierung zum Krieg gegen den
Irak war keine Antikriegsposition, sondern der Beginn eines Machtkampfes um
die Durchsetzung eigener geostrategischer Interessen. Die neuen "Verteidigungspolitischen
Richtlinien" der Schröder/Fischer-Regierung schließen "Präventivkriege"
mit ein. Mittlerweile kuscheln Bush und Schröder wieder und loten trotz
ihrer unterschiedlichen Vorstellungen die Gemeinsamkeiten aus. Deutschland stellt,
nach den USA, das größte Kontingent an Soldaten, die weltweit im
Einsatz sind.
Mit der Veranstaltungsreihe sollen verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit
Krieg dargestellt werden. Voraussichtlich im November findet die Auftaktveranstaltung
zum Thema "Patriarchat und Krieg" statt. Massenvergewaltigungen im
Krieg werden kaum thematisiert. Die Vorgänge im ehemaligen Jugoslawien
zeigten aber auch, wie schnell sich gesellschaftliche Bedingungen zu barbarischen
Zuständen entwickeln können. Das "Antipatriarchale Netzwerk Berlin"
will den Zusammenhang zwischen Patriarchat und Militär aufzeigen.
Voraussichtlich im Dezember wird ein Vietnamveteran von seinen Erlebnissen und
seinem Widerstand berichten. Im Januar werden VertreterInnen aus München
und wahrscheinlich Davos über die vergangenen und zukünftigen Aktivitäten
gegen die Nato-Konferenz in München und gegen das Treffen der Weltwirtschaftseliten
in Davos und die Zusammenhänge erzählen. Im Februar stehen die bundesdeutschen
Militärinitiativen im Vordergrund. Begleitet werden die Veranstaltungen
durch Artikel in der TERZ.
KRIEG IST FRIEDEN - DÜSSELDORF
Aktuelles und Genaueres zu den Veranstaltungen und zu "Krieg ist Frieden",
findet man unter:
http://www.antifakok.de/kif
email: kif-rheinland@gmx.de
"Krieg ist Frieden" ist eine bundesweite Koordination verschiedener
antimilitaristischer Gruppen, und existiert seit etwa drei Jahren und entstand
in Folge aus der Vorbereitungsgruppe zur Blockierung des Grünen Kriegsparteitages
1999.
Termine: Die Veranstaltungen finden im Rahmen des Antifa-Cafés ab November
am 1. Montag des Monats im "Hinterhof", Corneliusstr. 108 statt:
3. November: voraussichtlich "Krieg und "Patriarchat"
1. Dezember: voraussichtlich "Vietnamkriegsveteran erzählt"
5. Januar: Mobilisierungsveranstaltung gegen die Nato Konferenz
www.terz.org - 29.9.2003