»Unsere
Opfer zählen nicht«
Die Dritte
Welt im Zweiten Weltkrieg
Diavortrag mit
dem JournalistInnenbüro Köln
Ihre
Kriegseinsätze kommen in den Geschichtsbüchern nicht
vor, und ihre Gefallenen sind nirgends aufgelistet. An ihre Opfer
erinnert kaum
ein Monument und an den Bombenterror in ihren Städten keine
Fernsehserie. Die
meisten ihrer Zwangsarbeiter erhalten keine Entschädigung und die
meisten ihrer
Veteranen keine Kriegsrente.
So hoch der
Preis auch war, den die Dritte Welt im Zweiten
Weltkrieg zahlte, so konsequent wurde er seitdem vergessen und
verleugnet.
Mit dem Buch
„Unsere Opfer zählen nicht – Die Dritte Welt im
Zweiten Weltkrieg“ (Assoziation A, siehe auch Rezension Terz
07/05) hat das
Rheinische JournalistInnenbüro eine Leerstelle in
der deutschsprachigen
Geschichtsforschung gefüllt.
Millionen
Soldaten aus Afrika, Asien, Südamerika und
Ozeanien kämpften und starben in diesem Krieg, den der deutsche
und der
italienische Faschismus sowie der japanische
Großmachtwahn verursacht haben.
In Abessinien standen sich Afrikaner auf beiden Seiten der Front
gegenüber, in
Burma kämpften hunderttausend Soldaten aus West- und
Südafrika gegen die
japanischen Streitkräfte, in Frankreich Zehntausende Inder gegen
die Wehrmacht.
Brasilianer kamen in Italien zum Einsatz, Koreaner im Südpazifik.
Von China
über Vietnam bis nach Indonesien und den Philippinen operierten
einheimische
Guerillatruppen gegen die alten Kolonialherren und die neuen Besatzer.
Viele
Länder der Dritten Welt wurden zu Schlachtfeldern,
andere lieferten Rohstoffe für die Kriegsproduktion. Millionen
Menschen dienten
den Krieg führenden Streitkräften als Lastenschlepper und
Bauarbeiter,
Pfadfinder und Küstenwächter, Aufklärer hinter
feindlichen Linien und
Bergungstrupps für verwundete Soldaten. Hunderttausende Frauen
wurden Opfer
sexueller Gewalt. Entschädigung gab es nur in seltenen Fällen.
Birgit
Morgenrath vom Rheinischen JournalistInnenbüro gibt
in ihrem Diavortag am Schwerpunkt Afrika und afrikanische Soldaten als
Befreier
und Täter in Europa und Afrika einen Einblick in die
vielfältigen Aspekte und
Folgen, die sich bis heute auswirken.
»Unsere Opfer zählen
nicht«
Diavortrag
Mo.,
17. Oktober ab 19 Uhr,
Beginn
etwa 19.30 Uhr
Antifa-Café
im Linken Zentrum
Corneliusstr.
108, Düsseldorf
www.terz.org - 26.09.2005