Rassismus
im Stadion
Seit dem Umzug von
Fortuna Düsseldorf vom Flinger Broich in die
„LTU-Arena“ zu Beginn dieser
Saison mehren sich die rassistischen Vorfälle in der Fankurve.
Neben der
Tatsache, daß rassistische Sprüche und Parolen stark
zugenommen haben, kam es
vermehrt zu Auseinandersetzungen zwischen rassistischen Fans und
Linken. Die
rassistischen Pöbeleien nahmen zeitweise derartig zu, daß
der Getränkeverkäufer
seine schwarzen Kellner aus dem Bereich der Fankurve abziehen musste,
da ein
Arbeiten dort nicht mehr möglich war. Auch der gegnerische Verein
VfL Osnabrück
beschwerte sich ganz offiziell über die rassistischen
Beschimpfungen seiner
Spieler. Diese Vorfälle kommen nicht von ungefähr. War der
Flinger Broich noch
hegemoniell in der Hand der diversen Ultra- und
Fangruppen, die z.T. unter
linken Vorzeichen gute Stimmung im Stadion verbreiteten, ist seit dem
Umzug in
die Arena die Stimmung gekippt. Mehr und mehr offensichtliche Neonazis
traten
in Erscheinung, bspw. mit einer „28“ auf dem T-Shirt (28
steht für die
verbotene, militant-neonazistische Gruppierung „Blood and
Honour“) oder
Reichskriegsadlern auf der Jacke. Rechte Skinheads der
Fangruppierung „Boot
Boys“ aus dem Umfeld der RechtsRock-Band „Barking
Dogs“ sind bei jedem
Heimspiel anzutreffen. Dieser Fangruppe zugerechnet werden muss auch
der
Neonazi Sven Gustavsohn, der in einen Angriff auf vier Menschen im Juni
2001 in
Düsseldorf-Bilk involviert war und bei dem diese beinahe
tödlich verletzt
wurden.
Neben
Mitgliedern der bundesweit bedeutsamen „Kameradschaft
Düsseldorf“ sind ebenfalls solche der neu gegründeten
Kameradschaft „L-D-U“
(Lierenfeld-Düsseltal-Unterrath) im Fanblock anzutreffen. Diese
nahmen an jedem
der letzten Neonaziaufmärsche in Nordrhein-Westfalen teil. Kopf
der Kameradschaft
„L-D-U“ ist der 23-jährige Pascal Ried aus
Düsseldorf-Unterrath, der ein
unappetitliches Umfeld von dummen neonazistischen Skinheads um sich
gesammelt
hat. Diese wurdem vor dem Spiel gegen St.Pauli vom Staatsschutz
Düsseldorf
kurzzeitig vernommen, da dieser aber den Reichskriegsadler samt
Totenkopf der
Jacke eines LDUlers nicht zu erkennen in der Lage war, gab es auch
keine
juristische Handhabe gegen diese „Fans“. Dass die
Verantwortlichen bei Fortuna
die Antirassismus-Paragraphen ihrer eigenen Stadionordnung
bis heute noch
nicht gegen diese organisierten Neonazis in Anschlag gebracht und
diesen ein
Stadionverbot ausgesprochen haben, grenzt schon an einen Skandal. Doch
zum
Glück finden sich nicht alle mit diesem Zustand ab. Vom 13. bis
zum 25. Oktober
findet die „fare“-Woche („football against racism in
europe“), eine
internationale Veranstaltungs-Woche gegen Rassismus im Stadion statt.
Auch in
Düsseldorf organisieren linke Fangruppen in diesem Rahmen diverse
Aktionen als
Auftakt einer Kampagne gegen Rassismus bei Fortuna.
13.10.:
Antifa-Festival
„fire
and flames“ im
Area51(Furtwänglerstr. Hilden)
16.10.: Lesung
im
Vereinsheim (Flinger Broich)
18.10.:
Veranstaltung „Das Versteckspiel - Lifestyle, Symbole und
Codes von
neonazistischen und extrem rechten Gruppen“ im Haus der Jugend
(Lamcomblestr.)
19.10.:
Filmnacht im Metropol (Brunnenstr.)
20.10.:
Podiumsdiskussion zu
Rassismus
im Stadion
im Haus
der Jugend (Lamcomblestr.)
(unter
Vorbehalt; kurzfristige Änderungen im Netz)
www.terz.org - 26.09.2005