Dresden 2011
den Naziaufmarsch verhindern!

Anfang Januar verkündete das Bündnis Dresden Nazifrei, an welchem Termin der Naziaufmarsch in Dresden dieses Jahr blockiert wird: Die bundesweite Mobilisierung zur Verhinderung des größten Nazievents Europas mit dem Mittel der Massenblockaden fällt auf den 19.02.2011.

Die Nazis planen an diesem Tag ihr "nationales Großevent", zu dem sie europaweit mobilisieren. Angemeldet sind bis jetzt drei Demonstrationen in der Stadt. So reagieren die Nazis auf die erfolgreichen Blockaden des letzten Jahres. Sie wollen sichergehen, dass sie wenigstens eine Demonstration erfolgreich durchführen können. Die Nazis kündigen diese Aktionen unter dem Motto "Für ein Recht auf Gedenken und Versammlungsfreiheit" an. Zu den verschiedenen Demonstrationen werden mehrere tausend Neonazis erwartet.

Um das europaweite Nazievent zu verhindern, ruft das Bündnis "Dresden Nazifrei" dazu auf, sich mit dem Mittel der Massenblockade den Nazis entgegenzustellen. Die Blockaden werden flexibler und dynamischer sein müssen als im letzten Jahr. Doch wenn wieder tausende für die Blockaden in die Stadt strömen, wird es auch dieses Jahr gelingen, die Nazis nicht laufen zu lassen.

Eine Woche früher, am 13.02.2011, dem 66. Jahrestag der Bombardierung von Dresden, planen die Nazis ihren jährlichen Trauermarsch durchzuführen. Die Junge Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO), deren stellvertretender Vorsitzender der Düsseldorfer Rechtsanwalt Björn Clemens ist, hat einen Demonstrationszug in den Abendstunden angemeldet. Mit ihrem Fackelmarsch inszenieren sich die Nazis als Opfer des Krieges und versuchen, die Bombardierung Dresdens für ihre Zwecke zu instrumentalisieren und an bestehende Mythen und die Gedenkkultur anzuknüpfen. Damit verhöhnen sie die eigentlichen Opfer des Nationalsozialismus und relativieren und leugnen die deutsche Schuld am Vernichtungskrieg und am Holocaust.

Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass auch zu diesem Termin bis zu 1500 Neonazis erscheinen werden.

Da das sächsische Demonstrationsrecht einen Aufmarsch durch die Altstadt nicht zulässt, wird die Route wahrscheinlich durch ein Dresdner Randgebiet führen. Wie auch im letzten Jahr plant die Oberbürgermeisterin von Dresden eine symbolische Menschenkette.

Regionale antifaschistische Bündnisse aus Sachsen und Dresden planen für diesen Tag kreative Gegenaktionen. Über bundesweite Unterstützung freuen sich die DresdnerInnen natürlich. Außerdem sind Veranstaltungen geplant, die sich mit dem "Mythos Dresden" auseinandersetzen. Es soll außerdem einen Stadtrundgang geben, bei dem den wirklichen Opfern des Holocaust in Dresden gedacht wird.

Auch die Dresdner Staatsanwaltschaft ist nicht inaktiv: Prominenten TeilnehmerInnen der Blockaden des letzten Jahres wurden Briefe zugestellt, in denen strafrechtliche Konsequenzen angekündigt wurden (Strafverfahren, Strafbefehl).

Das Dresdner Verwaltungsgericht gab der JLO - der Anmeldeorganisation der Nazidemo des letzten Jahres - Recht, dass die Demonstration von der Polizei hätte ermöglicht werden müssen. Dies wurde bisher nur in erster Instanz entschieden, die Relevanz des Urteils ist daher noch nicht einzuschätzen und es bleibt abzuwarten, was es für die Blockaden 2011 bedeutet. Klar ist, dass das Urteil niemanden davon abhalten wird, den Naziaufmarsch auch dieses Jahr zu verhindern.

Seitdem klar ist, dass der 19.02.2011 der Tag ist, an dem das Nazievent mit Massenblockaden verhindert werden soll, läuft die Mobilisierung auf Hochtouren.

Dem Bündnis "Dresden Nazifrei" ist es auch in diesem Jahr gelungen, hunderte Einzelpersonen und Gruppen zur Unterzeichnung des Aufrufes zu gewinnen, unter ihnen prominente UnterstützerInnen wie Bela B., Konstantin Wecker und Markus Kavka. Zehntausende Plakate, Flyer und Mobilisierungszeitungen wurden versandt und müssen bereits nachgedruckt werden.

Die Kampagne "Bring 2!" fordert alle, die letztes Jahr schon in Dresden waren, auf, in diesem Jahr wieder zu kommen und zwei Freunde mitzubringen. Unter www.bringzwei.com kann man sehen, wer sich der Kampagne angeschlossen hat und im Februar zwei Freunde mit nach Dresden bringt um den Naziaufmarsch zu blockieren.

Auch in NRW tut sich einiges: Wie in den letzten Jahren organisiert das Antifa Bündnis No Pasarán NRW, zusammen mit dem dieses Jahr gegründeten Bündnis Dresden Nazifrei NRW einen Buskonvoi nach Dresden. In den einzelnen Städten finden Info- und Mobilisierungsveranstaltungen, Blockadetrainings und andere Aktionen statt, um mit möglichst vielen Menschen nach Dresden fahren zu können. Es haben sich lokale, spektrenübergreifendene Bündnisse gegründet und es ist bereits jetzt klar, dass auch in diesem Jahr zahlreiche Menschen aus NRW nach Dresden fahren werden, um sich an den Massenblockaden zu beteiligen. Es fahren Busse u.a. aus Bonn, Aachen, Köln, Düsseldorf, Münster, Dortmund, Bielefeld usw. ...

Am 05.02.2011 ist NRW-weiter Aktionstag: Alle sind aufgefordert, zu Plakatieren, Blockieren zu üben oder mit anderen kreativen Aktionen auf den bevorstehenden Naziaufmarsch aufmerksam zu machen!

Auch in Düsseldorf läuft die Mobilisierung gut. Ende Januar fand die erste Infoveranstaltung von DIE LINKE. Düsseldorf statt, Bustickets werden bereits verkauft. Dem Kasten könnt ihr entnehmen, was noch in Düsseldorf passiert, wo es Tickets, Infos und Mobilisierungsmaterial gibt.

Wir freuen uns auch dieses Jahr wieder mit vielen zusammen nach Dresden zu fahren und den Naziaufmarsch endgültig Geschichte werden zu lassen.

Dresden Nazifrei!

DRESDEN AG DÜSSELDORF
ANTIFA KOK DÜSSELDORF/NEUSS
ANTIFASCHISTISCHE LINKE DÜSSELDORF


Düsseldorfer Nazis in Dresden

Neonazis sind kein ostdeutsches Problem, auch in NRW sind "Autonome Nationalisten", NPD und Co. aktiv. Der Nazi-Aufmarsch in Dresden wird auch von extremen Rechten aus Düsseldorf unterstützt: 2009 und 2010 sprach der im November verstorbene Altnazi Hajo Herrmann aus Düsseldorf zu den TeilnehmerInnen. Der 96jährige ehemalige Angehörige der Luftwaffe war eine Kultfigur für die neonazistische Szene, er hielt als "Zeitzeuge" und Angehöriger der "Erlebnisgeneration" Vorträge vor jungen Neonazis. Der Düsseldorfer Neonazi Björn Clemens ist in den letzten Jahren in Dresden immer wieder als Redner aufgetreten. Der Flingeraner Rechtsanwalt und ehemalige Vizevorsitzende der Republikaner fungiert derzeit als stellvertretender Bundesvorsitzender der "Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO)" - also der Organisation, die den rechten "Trauermarsch" organisiert.


Düsseldorf goes Dresden:

Wie auch schon im letzten Jahr werden wir wieder zusammen nach Dresden fahren und uns an den Massenblockaden beteiligen!

Info- und Mobilisierungsveranstaltung
am 03.02.2011, 19.30, ZAKK Fichtenstraße 40.
Aktuelle Infos, Hintergründe zum Gedenkdiskurs, dem Neonaziaufmarsch, Massenblockaden
Tickets können dort erworben werden
Tickets (15 Eur., 20 Eur. Normalpreis), Plakate und Mobilisierungsmaterial gibt's außerdem bei:
BiBaBuZe, Aachenerstr. 1
Linkes Zentrum, Hinterhof Corneliusstr. 108
Kreisverband DIE LINKE. Düsseldorf, Corneliusstr. 108

aktuelle Infos unter:
Düsseldorf:
www.antifakok.de
www.antifa-duesseldorf.de
NRW:
www.npnrw.blogsport.de
www.nrwdresden.blogsport.de
bundesweit:
www.no-pasaran.mobi
www.dresden-nazifrei.com


Aufruf und Aktionskonsens des Bündnis Dresden Nazifrei:

2011 - Blockieren bis der Naziaufmarsch Geschichte ist!
Nazifrei - Dresden stellt sich quer!

2010 ist es uns erstmalig gelungen, Europas größten Naziaufmarsch durch Massenblockaden zu verhindern. Grundlage unseres Erfolges war die Spektren übergreifende Zusammenarbeit zwischen Antifagruppen, lokalen Initiativen und Aktionsgruppen, Gewerkschaften, Parteien und Jugendverbänden sowie zahlreichen weiteren Organisationen und Einzelpersonen. Mit unserer klaren Ankündigung, den Naziaufmarsch durch Blockaden zu stoppen, haben wir gemeinsam den Raum des symbolischen Protestes verlassen. Die Entschlossenheit tausender Menschen, sich mit den Mitteln des zivilen Ungehorsams den Nazis in den Weg zu stellen, machten die Blockaden zu einem Erfolg.

Für 2011 haben die Nazis angekündigt, mehrere Veranstaltungen zum Jahrestag der alliierten Luftangriffe auf Dresden durchzuführen. Seit Jahren versuchen die Nazis die Bombardierung Dresdens für ihre Zwecke zu instrumentalisieren und an bestehende Mythen und die Gedenkkultur anzuknüpfen. Wir werden nicht akzeptieren, dass die Nazis die Geschichte verdrehen und die eigentlichen Opfer des Nationalsozialismus verhöhnen. Wir lehnen jede Leugnung und Relativierung der deutschen Schuld an Vernichtungskrieg und Holocaust ab.

Wir sind uns bewusst, dass sich die Nazis ihr Großereignis nicht einfach nehmen lassen. Deshalb werden wir uns auch 2011 wieder den Nazis durch Aktionen des zivilen Ungehorsams mit Massenblockaden entgegen stellen. Dieses Ziel eint uns über alle sozialen, politischen oder kulturellen Unterschiede hinweg. Von uns wird dabei keine Eskalation ausgehen. Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, den Naziaufmarsch zu verhindern.

Wir werden uns weiterhin bei Versuchen der Kriminalisierung solidarisch zueinander verhalten. Wir stellen uns gegen jeden Versuch, antifaschistischen Protest als "extremistisch" zu bezeichnen.

2011 werden wir den Naziaufmarsch gemeinsam blockieren - bunt und lautstark, kreativ und entschlossen!
Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

Unter www.dresden-nazifrei.com konnt ihr den Aufruf unterstützen.