“Diakonie
heißt Wärme”
Das ist der neue
Werbeslogan
der Diakonie auch in Düsseldorf und zumindest hier ist der Name
Programm: Noch
in diesem Winter will die Diakonie Düsseldorf auf der Ratinger
Straße in der
Altstadt eine Tagesstätte für Wohnungslose einrichten und hat
dafür die
entsprechende Betreiber- und Geldzusage von der Stadt erhalten.
Und das alles,
obwohl
fiftyfifty und Altstadt-Armenküche seit zwei Jahren das
provisorische Buscafé
“Untere Rheinwerft” betrieben und sich seit Jahren für eine
Wärmestube in der
Altstadt eingesetzt haben (TERZ berichtete). Die Armenküche
stellte auch als
erste einen Antrag für die Eröffnung einer solchen
Einrichtung, woraufhin die
Diakonie sofort nachzog. Bei dem Gespräch mit OB Erwin, weiteren
Vertretern der
Stadt, der Diakonie und der Altstadt-Armenküche im Rathhaus war
dann sehr
schnell klar, um was es eigentlich ging: OB Erwin legte gleich los,
dass der
Verein Altstadt-Armenküche e.V. die Betreibergenehmigung für
die Wärmestube nur
dann bekommen würde, wenn die Armenküche aus dem Rathaus in
die neue Einrichtung
verlegt würde. Technisch war ein Umzug für die
Armenküche in die Ratinger
Straße aber gar nicht möglich, u.a. gab es überhaupt
keinen Platz für den
Einbau einer Küche für z.T. über 140 Mahlzeiten pro Tag.
OB Erwins lang
ersehntes Ziel bei den Gesprächen war, die Armenküche und mit
ihr die ganzen
Wohnungslosen, Suchtkranken und am Rande der Gesellschaft lebenden
Menschen
endlich aus dem Umfeld des Rathauses zu entfernen.
Zeitgleich legte
die
Diakonie in ihrem Antrag ein totales Dumpingangebot bezüglich der
Lohnkosten
vor. Hartz IV lässt grüßen und die 1-Euro-Jobs werden
schon mal verplant. Die
Diakonie hatte auch Sorge um ihre anderen beiden Tagesstätten
“Horizont” und
“Cafe Pur”. Nachher würden nach der Eröffnung der
Wärmestube in der Altstadt
nicht genügend Wohnungslose übrig bleiben und ihre
Einrichtungen nicht weiter
finanziert. Auch in Düsseldorf sind Wohnungslose inzwischen ein
Wirtschaftsfaktor. Dass man in den Tagesstätten der Diakonie
bestimmte
Wohnungslose überhaupt nicht haben will, ist ein offenes
Geheimnis. Im Cafe Pur
am Mintropplatz z. B. sind wohnungslose Heroinabhängige
unerwünscht. Im
Buscafé “Untere Rheinwerft” dagegen wurde durch ein explizit
niedrigschwelliges
Angebot versucht, auch Junkies und wohnungslose bzw. suchtkranke
Jugendliche zu
erreichen, und das mit Erfolg. Man darf gespannt sein, wie die Diakonie
die
neue Einrichtung führen wird.
Federführend
bei dieser
feindlichen Übernahme des fiftyfifty und Armenkücheprojekts
war Pfarrer Torsten
Nolting, der bereits bei anderen Schweinereien in Düsseldorf
mitgemischt hat.
Auch bei dem skandalösen Leerstand und Abriss von vier intakten
Häusern auf der
Binterimstraße sind Pfarrer Torsten Nolting und seine Diakonie
mit dabei. Wenn
neu gebaut wird, soll in den Häusern ein Wohnprojekt für alte
Menschen, mit
teuren Mieten und – natürlich – unter der Leitung der Diakonie,
entstehen.
Pfarrer Torsten
Nolting
kündigte auch an, dass es in der neuen Einrichtung ein
Essensangebot geben
werde (wenn auch in geringerem Umfang), anscheinend rechnet er schon
damit,
dass OB Erwin die Armenküche im Rathaus in den nächsten
Jahren dicht machen
wird. Also warum nicht schon mal durch ein neues Essensangebot Fakten
schaffen.
Wie gesagt: Diakonie heisst Wärme.
Olli
www.terz.org -26.10.2004