pds stützt rot-grün in den
bezirken
Im Stadtbezirk
“Flingern”
gab die Stimme der PDS den Ausschlag für die Wahl der
SPD-Politikerin Gudrun
Großer-Göbel zur Bezirksvorsteherin. Für Eller waren
die Verhandlungen zwischen
PDS, SPD und Grünen vor Redaktionsschluss noch nicht
abgeschlossen. Im Bezirk
“Mitte/Derendorf” scheiterten die Gespräche. Der SPD-Kandidat
Horst Gieseler
lehnte die Forderungen der PDS nach EinwohnerInnen-Versammlungen, einer
Straßen-Umbenennung und nach Einrichtung eines Topfes für
antirassistische
Projekte ab. Wo die Rheinische Post schon den Skandal im Stadtbezirk
ausruft
und eine neue Volksfront entstehen sieht, handelt es sich noch nicht
einmal um
eine feste Koalition. Die PDS macht ihre Unterstützung
jeweils vom Charakter
der zur Verabschiedung anstehenden Anträge
abhängig. Trotzdem scheint die
Partei mit ihrer Realokal-Politik den Weg allen irdischen
Parlamentarismus’ zu
gehen und die Wonnen des Pragmatismus auch in Düsseldorf
für sich zu
entdecken.
Ungläubig
nimmt man zur
Kenntnis, dass im Fall eines durch drei Bundesgrenzschutzbeamten
getöteten
Sudanesen alle drei Beamten zu Bewährungsstrafen von neun Monaten
verurteilt
wurden. Sie hatten den 30- jährigen Aamir Ageeb, der geknebelt und
gefesselt
von Frankfurt abgeschoben werden sollte, auch noch unter
Gewaltanwendung einen
Motorradhelm aufgesetzt und brutal seinen Kopf nach unten
gedrückt. Er
erstickte jämmerlich. Das sah das Gericht als minderschweren Fall
an und
unterstellte den Beamten, dass sie durch ihre mangelnde Ausbildung
nicht
wussten, was sie dort taten. Somit erscheinen die Beamten als
bemitleidenswerte
Opfer. Man möchte zu gerne diesem Richter sein Urteil um die Ohren
hauen,
aufgrund soviel Zynismus. Dies als Gefälligkeitsurteil anzusehen
ist sicherlich
schon verniedlichend. Die Abschiebepraxis wird von antirassistischen
Gruppen
als reine Folter angesehen. Auch Amnesty International kritisierte
schon scharf
die deutsche Praxis. Wenn man den Beamten auch unterstellen mag, dass
sie den
Sudanesen nicht töten wollten, so wollten sie doch seinen Willen
brechen,
schreckten vor nichts zurück und nahmen den Tod zumindest
billigend in Kauf.
Kollateralschaden eben. Da sie eine Bewährungsstrafe unter
einem Jahr
erhielten, bleiben sie weiter als Bundesgrenzschutzbeamte
tätig. In Berlin ist
erst vor kurzem ein junger Mann wegen eines Steinwurfes anlässlich
des 1. Mai
zu über drei Jahren Knast – ohne Bewährung – verurteilt
wurden. Verletzt hatte
sein Stein niemand.
armes düsseldorf
Das reiche
Düsseldorf wird
zunehmend auch reich an Armut. 53.000 BewohnerInnen der Region
Düsseldorf -
fast 10 Prozent - können ihre Schulden nicht zurückzahlen.
Die Stadt liegt
damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt von sieben
Prozent. In Oberbilk
sind sogar 18,9 Prozent der Haushalte überschuldet, in Flingern
18,2 Prozent.
Gegenüber dem Vorjahr hat die Zahl der bankrotten Privat-Personen
um 32 Prozent
zugenommen.
schad0warkaden gegen
fiftyfifty verkäufer
Besonders
aufgeregt meldete
sich das Schadowarkaden-Management, in Person von Herrn Feith, bei der
fiftyfifty und fing gleich an, wüst drauf los zu schimpfen. Die
Rede war von
einer Flut von fiftyfifty-Verkäufern, von einer untragbaren
Situation, man
wolle den Chef sprechen usw.. Was war nur passiert?! Eigentlich nichts,
nur
dass fiftyfifty-Verkäufer versuchten, im auf der Rückseite
der Schadowarkaden
gelegenen Bistro Poccino, das z. T. auch Tische draußen hat, ihre
Zeitungen zu
verkaufen. Dabei gab es auch keine besonderen Vorkommnisse. Die
Verkäufer seien
freundlich gewesen und hätten Gäste auch nicht weiter
belästigt, wenn diese
keine Zeitung kaufen wollten, musste auch Herr Feith vom Management
zugeben.
Ihm reichte die Tatsache, dass sich Wohnungslose im Eingangsbereich
seiner
Schadowarkaden aufhalten, um fiftyfifty zu verkaufen. Man könne ja
eine Kiste
aufstellen und die Zeitungen reinlegen, war der glorreiche Vorschlag
der
Managementleitung. Die Tatsache, dass Wohnungslose,
Drogenabhängige und
Menschen, die in materieller Armut leben, mit dem fiftyfifty-Verkauf
z.T. ihren
Lebensunterhalt bestreiten, schien Herrn Feith neu zu sein. Der
Hinweis, dass
sich die Situation im nächsten Jahr durch Hartz IV noch
verschärfen würde,
führte bei Herrn Feith dazu, dass er jetzt einen zusätzlichen
privaten
Sicherheitsdienst engagieren will, um fiftyfifty-Verkäufer aus den
Schadowarkaden fern zu halten. Sein einziges Problem hierbei war, dass
er die
zusätzlichen Kosten für den Sicherheitsdienst auf die Miete
aufschlagen müsste.
Die wirklichen Probleme in diesem Land haben Yuppies, die bei Poccino
ihre
Leberpastete essen und dabei von Wohnungslosen gestört werden. Und
um wieder in
Ruhe satt und zufrieden speisen zu können, müssen die armen
Schadowarkadengeschäftsbetreiber
jetzt mehr Miete zahlen. Die Welt ist wirklich schlecht.
hedonismus unter
sozi-empfängern
awo besucht
Rund 80
AktivistInnen
statteten am Montag, den 11. Oktober der Zentrale der Arbeiterwohlfahrt
(AWO)
in Berlin einen Besuch ab und verlangten, dass die AWO auf die Vergabe
von
Ein-Euro-Jobs verzichtet. Die BesetzerInnen trugen rote Pullis und
weiße
Masken und werden “die Überflüssigen” genannt. Der
Vorsitzende der AWO zeigte
sich wenig gesprächsbereit, stellte Strafantrag wegen
Hausfriedensbruch und
ließ “die Überflüssigen” räumen.
zwangsarbeit in schulen
Nun sollen auch
in Schulen
zwangsweise Langzeitarbeitslose eingesetzt werden. Dreihundert solcher
1-Euro-Jobs sollen in Düsseldorf geschaffen werden. Für den
Sklavenlohn von
einem Euro pro Stunde sollen sie fünf Stunden pro Tag alle dort
anfallenden
Arbeiten tätigen. Sie sind das Drohpotenzial gegen die
Schüler, als mahnende
Erinnerung sich dem Konkurenzkampf und der Auslese in der Schule zu
stellen um
nicht so zu enden wie diese Zwangsarbeiter.
Niemand neben mir
Wir freuen uns
ja, dass es
Erwin wieder geschafft hat. So werden wir auch weitere 5 Jahre keine
Probleme
haben, unsere lausigen Zeiten mit seinen Eskapaden zu füllen.
Selbstherrlich
verfügte er direkt nach seiner Wahl, dass die
SPD-Bürgermeisterin aus dem
Rathaus zu verschwinden habe. Im Stadtrat muss er sie zwar erdulden,
aber sonst
will er auf ihren Anblick verzichten. Das bisher von der
Bürgermeisterin Smeets
genutzte Büro braucht er auf einmal selber. Damit die SPDlerInnen
auch gar
nicht erst auf dumme Gedanken kommen, ließ er in einer Nacht- und
Nebel-Aktion die
Schlösser austauschen. Dabei blieb es aber nicht, denn das Rathaus
soll in
einen Hochsicherheitstrakt umgebaut werden. Dass auch
Selbstschussanlagen
angebracht werden sollen, ist jedoch nur ein Gerücht, oder?
sind hyperlinks strafbar?
Der
Düsseldorfer
Regierungspräsident Büssow zeigt sich als wackerer Recke
gegen Rechts. Mutig
griff er letztes Jahr zu Papier und Stift und erließ
Sperrverfügungen gegen
mehrere Internetseiten. Dies wurde von vielen als der Beginn
einer staatlich
verordneten Internetzensur kritisiert. Hinzu kamen Informationen,
dass die
Bezirksregierung Düsseldorf eine Softwareentwicklung in Auftrag
gegeben hat,
die es ermöglicht, missliebige Internetseiten für User in
Deutschland zu
sperren. Somit ist zu befürchten, dass die Sperrverfügung
für ein paar
rechtsradikale Internetseiten nur der Türöffner für eine
viel weitergehende
Internetzensur in Deutschland sein soll. Der Stuttgarter
Kommunikationsdesigner
und Netzaktivist Alvar Freude verlinkte (http://odem.org) im Rahmen
einer Dokumentation
zu den Internet-Sperrungsverfügungen der Bezirksregierung
Düsseldorf genau die
drei us-amerikanischen Websites, die man in Nordrhein-Westfalen sperren
will.
Weiterhin gab es einen Link auf seine Satire-Seite
(http://w2p.odem.org/), auf
der man sich Internetseiten vorlesen lassen konnte, eben u.a. auch die
vorgenannten Seiten. Im Urteil des Stuttgarter Landgerichts wollte die
Richterin weder die Dokumentation noch die Satire sehen. Sie erkannte
nur die
Links auf die der Bezirksregierung nicht genehmen Seiten und erkannte
in dem
zur Verfügung stellenden “Zugänglichmachens” der Inhalte
Volksverhetzung.
Freudes Eintreten für seine Rechte sah Richterin Mahringer
auch nicht gern:
“Freudes Hartnäckigkeit, mit der er die Seiten weiterhin betreibt,
ist als strafverschärfend
zu bewerten.” Freude wurde zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen
verurteilt.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Verurteilte wird
gegen das Urteil
Revision einlegen. Hyperlinks seien die medienkonforme Form
von
Quellenangaben: “Ein Link an sich ist neutral, er wird erst durch den
Kontext
gewertet.”
fixerstube in düsseldorf?
Fixerstuben gibt
es
mittlerweile in zehn nordrhein-westfälischen Städten, auch
CDU-regierten. Dort
können Abhängige mit sterilem Spritz-Besteck Drogen
konsumieren. Medizinische
Versorgung in Reichweite senkt das Mortalitätsrisiko weiter. Zudem
gelingt
vielen BesucherInnen über die Drogenkonsum-Räume der Einstieg
in den Ausstieg.
Obwohl die Zahl der Drogentoten in Düsseldorf erschreckend hoch
ist, verweigerte
sich OB Erwin stets der Schaffung einer solchen Einrichtung. Nun hat
die FDP
aber in den Koalitionsverhandlungen mit
der CDU die “Überlebenshilfe Konsumraum” eingefordert und der CDU
keine Wahl
gelassen. Allerdings dürfte sich die konkrete Umsetzung
konfliktreich
gestalten, weil Erwin & Co. am liebsten ihren
sozialtechnokratischen
Daumen, den katholischen Verband SKFM, auf dem Projekt drauf haben
wollen.
markenrecht gegen
meinungsfreiheit
In der letzten
Ausgabe
berichteten wir über die Machenschaften des Düsseldorfer
Konzerns Metro, das
gerichtlich gegen Betreiber von Internetseiten und öffentliche
Verkehrsbetriebe
angeht, die den Namen Metro verwenden. Es geht jedoch auch noch
absurder. Den
von der Bundesregierung organisierten Plakatwettbewerb zum Thema
“Farbe
bekennen gegen globale Armut” gewann die 24- jährige Uta Volkmann,
die im 8.
Semester Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Potsdam studiert.
Das
Plakat zeigt eine Cola-Flasche mit schmutzigem Wasser. Das Wort
“Cholera”, das
auf dem Etikett zu sehen ist, erinnert an den Schriftzug von
“Coca-Cola”. Das
Plakat soll auf symbolische Weise Folgen von Armut, wie z.B.
Krankheiten,
aufzeigen. Betrachten kann man das aus 220 Einsendungen prämierte
Plakat jedoch
nicht. Auf der offiziellen Webseite des Wettbewerbes
(http://www.aktionsprogramm2015.de/www/comeon_plakatwett
bewerb_sieger_332_31_11_f.htm?query=) ist nur der lapidare Satz zu
finden: “1.
Preis: Uta Volkmann von der FH Potsdam. Um Wettbewerbs- bzw.
Markenrechte nicht
zu verletzen, können wir das Plakat von Uta Volkmann derzeit
leider nicht
veröffentlichen bzw. abbilden”. Oh, was für Zeiten. Wenn das
Andy Warhol
wüsste. Der ist bekannt geworden u.a. durch eine grafische
Darstellung einer
Büchse Campbells Tomato Soap.
da trauern sie wieder
Alle Jahre
wieder findet
sich ein seltsam anmutendes Grüppchen an den drei
Nornen auf der Rückseite
des Nordfriedhofes ein. Es ist Volkstrauertag. Ein Tag, der schon bei
den
Nazis, solange noch keine Bomben auf deutsche Städte fielen, eine
besondere
Bedeutung hatte. Am 14. November sind sie also wieder da:
Bundeswehrsoldaten
in Paradeuniform mit an die Wehrmacht erinnernde Helmen, bewaffnet mit
aufgepflanzten Bajonetten auf ihren Sturmgewehren, begleitet von
Marschmusik
einer Bundeswehrkapelle, Vertretern der Polizei, Feuerwehr,
Friedhofswächtern
und der Stadt, sowie einem Vertreter der jüdischen Gemeinde. Wobei
es unklar
bleibt, warum er an dieser widerlichen Veranstaltung dabei ist.
Überall in
Deutschland finden an diesem Tage Veranstaltungen zur Realativierung
des
Nazi-Terrors statt, denn hier wird allen Opfern des Krieges gedacht.
paul spiegel schreibt der rp
fixerstube in düsseldorf?
Fixerstuben gibt
es
mittlerweile in zehn nordrhein-westfälischen Städten, auch
CDU-regierten. Dort
können Abhängige mit sterilem Spritz-Besteck Drogen
konsumieren. Medizinische
Versorgung in Reichweite senkt das Mortalitätsrisiko weiter. Zudem
gelingt
vielen BesucherInnen über die Drogenkonsum-Räume der Einstieg
in den Ausstieg.
Obwohl die Zahl der Drogentoten in Düsseldorf erschreckend hoch
ist,
verweigerte sich OB Erwin stets der Schaffung einer solchen
Einrichtung. Nun
hat die FDP aber in den Koalitionsverhandlungen
mit der CDU die “Überlebenshilfe Konsumraum” eingefordert
und der CDU
keine Wahl gelassen. Allerdings dürfte sich die konkrete Umsetzung
konfliktreich gestalten, weil Erwin & Co. am liebsten ihren
sozialtechnokratischen Daumen, den katholischen Verband SKFM, auf dem
Projekt
drauf haben wollen.
luxusklo
Vor vielen
Jahren gab es
überall in der Stadt verteilt stille Örtchen, wo sich zumeist
Männer entleeren
konnten. Kostenlos wohlgemerkt. Damit sollte Schluss sein und es wurden
dafür
schicke silberne Häuschen aufgestellt. Nur, die musste man
bezahlen. Es gab
auch wieder unliebsame Überraschungen, wenn die elektrische
Tür gar nicht
aufging oder aber viel zu schnell, während man noch beim
Geschäftlichen war.
Oder man bevorzugte die kostenlose Entleerung. Aber die Häuschen
stehen immer
noch, wenn auch meist nicht dort, wo man es gerade braucht. So stand
auch so
ein Häuschen am Altstadtufer in Höhe des
Theresienhospitals. Aber dort
stand es ganz falsch, denn es wurde etwa 50 Meter versetzt. Fehlte der
Kanalanschluss? Funktionierte nichts, weil kein Strom da war? Weit
gefehlt.
Dieses Häuschen hatte den Makel, dass es einen Schatten warf, und
dieser böse
Schatten zerstörte das ausgeklügelte Gleichgewicht des
“Masterplan Licht”, der
Düsseldorf bekanntlich zu einem illuminierten Kunstwerk machen
soll. Nur der
“Bund der Steuerzahler” bemerkte die Versetzung. Sie mokierten sich
über die
Kosten von 20.000 Euro.
in der ehrung vertan
www.terz.org - 26.10.2004