Es
ist wichtig, dass die
Studierenden eine starke politische Vertretung haben
Im Interview: Der neue AStA
Vorstand der HHU
Der alte
Vorsitzende ist der
neue Vorsitzende: Steffen Arns studiert Jura im 5. Semester und ist
für den MSB
zum zweiten Mal im Vorstand. Stellvertretende Vorsitzende ist Dominique
Brasseur, mit der seit langer Zeit wieder ein Mitglied der Juso
Hochschulgruppe
im AStA waltet. Nicht teilnehmen am Interview konnte die ehemalige
Fachschaftlerin Kathrin Wiesemann, die ebenfalls für den MSB
kandidierte und
gerade ein Regieassistenz Praktikum macht.
Warum seid ihr in den
Vorstand gegangen?
D: Ich halte es
für wichtig,
dass die Studierenden eine starke politische Vertretung haben. Es macht
Spaß,
daran mitzuarbeiten, sich zu engagieren und die Richtung mit
beeinflussen zu
können. Natürlich bringt die Arbeit einem auch
persönlich viel. Für mich war
jetzt am Ende meines Studiums der ideale Zeitpunkt in den AStA zu
gehen, weil
ich mich an der Uni gut auskenne und auch nicht mehr den Stress habe,
so viele
Seminare belegen zu müssen.
Was wollt ihr während eurer
Amtszeit bewegen?
D: Wir wollen
die Arbeit des
AStA transparenter und bekannter machen. Der Buchladen zum Beispiel
wird in
Kürze umziehen, um in einer zentralen Lage besser wahrgenommen zu
werden. Wir
werden die Multikulturarbeit des Antifa- und Multikulturreferats
stärken und so
interkulturelle Kontakte fördern. Denn durch gegenseitiges
Kennenlernen können
viele Vorurteile abgebaut werden.
S: Der AStA muss
momentan
auf viele Entscheidungen in der Hochschulpolitik reagieren. Wir haben
an der
Uni mit Umstrukturierungsmaßnahmen zu
kämpfen, die sich meist negativ auf
die Studierenden auswirken. BA & MA Studiengänge sind oft mit
der heißen
Nadel gestrickt. Der Rektor bekommt durch das geplante
Landeshochschulgesetz
mehr Macht. Und die Klage gegen das allgemeine Gebührenverbot: wir
müssen über
diese Entwicklungen kritisch informieren, die Leute konkret beraten und
Protest
gegen die geplanten Zumutungen artikulieren.
Wenn ihr auf so viele
Entwicklungen “reagieren” müsst, bleibt da noch Zeit für
eigenständige
Projekte?
S: Leider sind
wir
tatsächlich sehr viel mit Beratung und Trouble-Shooting
beschäftigt. Aber
obwohl Beratung eigentlich Aufgabe der Uni ist, halten wir unser
Angebot für
wichtig, da die Uni oft kein ausreichendes Beratungsangebot anbietet,
bzw.
keines im Sinne der Studierenden.
D: Ja, nur die
Studierendenvertretung aus AStA und Fachschaften können die
universitären
Angebote aus studentischer Sicht beurteilen. Aber neben unserer
Beartung wird
es auch eigene Veranstaltungen und Positionen geben.
Die Studienbedingungen
werden also immer härter, während sich die Studierenden
scheinbar immer weniger
für ihre Interessen einsetzen – häufig aus Angst, ihre
kostbare Zeit zu
verschwenden. Wie geht ihr mit diesem Widerspruch um?
D: Wir wollen
die Studis
direkt ansprechen, etwa durch Vollversammlungen oder die
Erstsemestereinführungen. Zu brennenden Themen wollen wir
besondere Infoveranstaltungen
anbieten, und hoffen die Studis so sensibilisieren zu können.
Die Jusos sind ja nun seit
langem wieder am AStA beteiligt. Hat sich der Blickwinkel auf die
Politik des
AStA jetzt geändert?
D: In die
Strukturen des
AStA habe ich nun einen tieferen Einblick als in der Opposition. Vorher
wurde
eher konfrontativ über Themen gesprochen, jetzt werden in der
Koalition
Kompromisse geschlossen. Man kann andere überzeugen, aber
natürlich auch selbst
überzeugt werden.
Was wollte ihr den Studis
noch mit auf den Weg geben?
S: Ganz
pathetisch: Wer
kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren –
und wer was
verändern will, muss sich selber organisieren.
(Dieses Interview ist leicht
gekürzt. Es erschien in Gänze in der Campus Delicti vom
14.10.04)
www.terz.org -26.10.2004