Anfang November wurde dann der AStA zu einem ersten Treffen des sogenannten
Arbeitskreises Sicherheit an der Uni eingeladen und konnte sich hierbei erstmals
darüber informieren, um was es überhaupt geht, Herr Abraham, der an
der Uni für infrastrukturelle Angelegenheiten verantwortlich ist, hat einige
wenige Fragen beantwortet, die sich zu dieser Ordnungspartnerschaft und ihrem
Sinn oder Unsinn stellen.
Bei der Ordnungspartnerschaft soll es um Sicherheit gehen, die subjektive und
auch objektive Sicherheit von Studierenden, Unipersonal etc, aber anscheinend
auch maßgeblich um die Sicherheit von liegengelassenen Taschen, Overhead-Projektoren
und sich fürchtenden Computern. In diesem Sinne konnte der AStA erstaunt
feststellen, dass es Herr Abraham anscheinend primär um die Sicherheit
von Eigentum geht. Allerdings vergleicht der Düsseldorfer Polizeipräsident
die Kriminalitätsrate an der Uni mit der eines sauerländischen Dorfes,
viel scheint hier also nicht zu passieren. Die Sicherheit der Studierenden schien
dem Universitätsangestellten eher zweitrangig zu sein. Allerdings mutmaßt
Abraham, dass an einem Ort, wo viele Eigentumsdelikte begangen werden, auch
das subjektive Sicherheitsgefühl abnimmt. Ganz im Sinne der "broken-windows-Theorie"
halluziniert er, dass an einer Uni, wo ein Computer oder ein Portemonnaie geklaut
werden, auch Raubüberfälle, Vergewaltigungen und andere Straftaten
nicht fern sind.
Die Sicherheit der Studierenden wird allerdings eher durch zusätzliche
Nachtbusse, Öffentlichkeit bei sexistischen Übergriffen und konsequenten
Einschreiten anderer Studies bei merkwürdigen Vorfällen erhöht
und nicht durch mehr (wahrscheinlich männliche) Sicherheitsbeamte und Videokameras.
In diesem Sinne ist die Prioritätensetzung der Univertretung verwunderlich.
Der Arbeitskreis Sicherheit an der Uni, an dem außer dem AStA auch die
Gleichstellungsbeauftragte, der Personalrat der wissenschaftlichen sowie nichtwissenschaftlichen
MitarbeiterInnen und die Schwerbehindertenvertretung teilnehmen dürfen,
erfüllt in dem Konzept der Ordnungspartnerschaft eine Alibifunktion. Hier
dürfen Vorschläge und Anmerkungen gesammelt werden. Entscheidungen,
und seien sie noch so weitreichend, werden hier nicht getroffen. Dafür
gibt es eigens eine "Lenkungsgruppe", in der neben VertreterInnen
der FH, des Studentenwerkes und der Uniklinik auch die Polizei sitzt. Koordiniert
wird das ganze von niemand anders als Herr Abraham, als Delegierten der Uni;
nur das ihn niemand delegiert hat und niemand gefragt wurde, ob diese Struktur
sinnvoll erscheint.
Die Befürchtung, dass nun in Zukunft an jeder Ecke auf dem Campus eine
Polizeistreife lauert, wurde bei diesem Treffen weitestgehend zerschlagen, die
Zusammenarbeit mit der Polizei solle eher beratenden Charakter haben. Was stattdessen
angedacht ist, ließ der Verwaltungsangestellte im Unklaren. Er könne
sich zwar vorstellen, dass mehr private Sicherheitsbeamte eingestellt würden,
oder, um es auf die Spitze zu treiben, die eine oder andere Videokamera installiert
werden könne. Konkret sind diese Vorstellungen allerdings noch nicht. Auch
wenn es diese konkreten Vorstellungen angeblich noch nicht gibt, konnte Rektor
Kaiser bereits am 4.7.02 der Rheinischen Post berichten: "Das Ganze wird
eine Menge Geld kosten." An anderer Stelle müsse dafür gespart
werden. Laut Herr Abraham soll dieses Geld natürlich nicht bei den StudentInnen
und in der Lehre eingespart werden. Dennoch zeigt der jahrelange Trend an der
Uni, dass Kürzungen immer zuerst die Studierenden getroffen haben, sei
es durch die Schließung ganzer Fachbereiche und Studiengänge, sei
es durch die Nichtbesetzung und weitere Kürzung von DozentInnenstellen
in einigen Fachbereichen.
Mit der Ordnungspartnerschaft für mehr Sicherheit reiht sich die Universität
ein in eine allgemeine gesellschaftliche Entwicklung. In der Innenstadt patrouliert
der OSD, am Hauptbahnhof werden täglich rassistische Kontrollen durchgeführt,
Punks, Obdachlose und andere marginalisierte Gruppen werden aus der Innenstadt
vertrieben und Oberbürgermeister Erwin würde am liebsten die ganze
Stadt zu einem gefährlichen Ort erklären erklären lassen, um
überall vorsorglich Videokameras aufzustellen, die angeblich die Kriminalität
einschränken. Hierbei geht es wie immer primär um Einschüchterung
und Repression. Soziale Rechte werden zunehmend abgebaut und missliebige Personengruppen
an den Rand gedrängt. Statt jedoch zu verhindern, dass die sogenannte Schere
zwischen arm und reich immer größer wird, wird der Sicherheitsapparat
ausgebaut. Jegliches abweichendes Verhalten wird bekämpft und soll durch
drohende Repression im Keim erstickt werden.